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Bunt gemischt

An der Bremer International University geht es lockerer zu als an anderen Privatunis.
aus manager magazin 1/2003

Da stattet die International University Bremen (IUB) ihren gesamten Campus mit einem hochmodernen drahtlosen Computernetzwerk aus - und wozu nutzen die Studenten das Angebot? Sie klappen während langweiliger Seminare ihre Laptops auf und surfen im Internet. So ist es nun mal: Alles Neue hat seine Schattenseiten.

Ein Satz, der sich nicht nur auf das Computernetzwerk der IUB anwenden lässt, sondern auch auf die International University insgesamt. Einerseits bietet die 2001 eröffnete Privathochschule ein innovatives Stu- dienangebot für ambitionierte Abiturienten. Andererseits leidet die IUB noch an einigen Unzulänglichkeiten.

Das Besondere an der IUB ist ihr im Vergleich zu anderen Privatunis sehr breites Fächerspektrum. Das Angebot reicht von Biochemie und Elektrotechnik über Astrophysik bis zu Sozial- und Literaturwissenschaften. Wer sich für solche Disziplinen interessiert, dem standen bislang nur zwei Wege offen: entweder an eine öffentliche deutsche Uni - oder ins Ausland.

Seit es die IUB gibt, lassen sich diese Fächer auch an einer privaten Hochschule in Deutschland studieren. Allerdings zum hohen Preis von 15 000 Euro pro Jahr.

Für das Geld wird an der IUB einiges geboten.

Der Campus: Ein altes Kasernengelände im Bremer Norden, umgebaut zu einem Traum aus roten Ziegeln, ausladenden Baumkronen und weiten Rasenflächen. Alle IUB-Eleven wohnen auf dem Unigelände.

Die Studierenden: Eine Mischung aus sechs Ländern, die deutlich bunter wirkt als sonst an Privathochschulen üblich. Hier gibt es nicht nur Perlenkettchen, sondern auch Nasenringe; nicht nur Seitenscheitel, sondern auch Rastalocken. 20 Prozent der Studenten stammen aus Deutschland, zwei Fünftel aus Mittel- und Osteuropa.

Die Lehre: Unterrichtssprache ist Englisch. Derzeit kümmern sich 50 Professoren um 350 Studierende - ein optimales Betreuungsverhältnis. An der IUB lehren viele sehr junge Dozenten, die in Bremen ihre erste Professorenstelle angetreten haben.

Der gravierendste Nachteil der IUB: Bis heute fehlt eine Bibliothek, die diesen Namen verdient. Immerhin ist ein neues Bücherhaus im Bau.

Zudem mangelt es der gerade erst gegründeten IUB naturgemäß an der wichtigsten Rechtfertigung für die hohen Studiengebühren: Die Uni konnte sich noch kein Renommee erarbeiten, das ihren Absolventen den Weg zum Traumjob ebnet.

Eine Bewerbung an der IUB lohnt sich trotz dieser Nachteile. Etwa jeder zweite Bewerber erhält einen Studienplatz, und wiederum 85 Prozent der Studierenden bekommen ein Stipendium oder ein Darlehen, das die Studiengebühren abdeckt.

Christian Rickens

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Service

Name: International University Bremen (IUB)

Adresse: Campus Ring 1, 28759 Bremen, Telefon: 04 21/2 00 40

Internet: www.iu-bremen.de

Studium: Insgesamt 15 natur-, ingenieur-, geistes- und sozialwissenschaftliche Fachrichtungen; kein grundständiges Studienangebot in Betriebswirtschaftslehre, Jura und Medizin. Starke interdisziplinäre Ausrichtung; Unterrichtssprache ist Englisch.

Abschluss: Bachelor of Arts beziehungsweise Science nach sechs Semestern. Weiterführende Mas- ter-Studiengänge sind im Aufbau, unter anderem im Fach "Utility Management"; Promotionsmöglichkeit.

Zulassung: Mehrstufiges Auswahlverfahren aus schriftlicher Bewerbung, Tests der sprachlichen und mathematischen Fähigkeiten sowie Auswahlgespräch. Bewerbungsschluss ist der 1. Juni für den Studienbeginn im Herbst 2003.

Kosten: 15 000 Euro Studiengebühren pro Jahr plus 3600 Euro für obligatorische Unterkunft und Verpflegung auf dem Campus.

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