Geld für den Profifußball Mehr als 20 Investoren am Bundesliga-DFL-Deal interessiert

Wegen Corona-bedingt klammer Kassen will die Deutsche Fußball Liga Investorengelder mobilisieren. Offenbar mit Erfolg: Mögliche Geldgeber aus der Private-Equity-Szene stehen einem Bericht zufolge geradezu Schlange.
Begehrt bei Fans und Investoren: Profis von Borussia Dortmund beim Training

Begehrt bei Fans und Investoren: Profis von Borussia Dortmund beim Training

Foto: FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/Shutterstock

Das Interesse von Finanzinvestoren an einem Engagement im deutschen Profifußball ist offenbar groß. Wie die "Financial Times " (FT) berichtet, haben gegenüber der DFL (Deutsche Fußball Liga), die die erste und zweite Bundesliga betreibt, und die sich angesichts der Corona-Krise derzeit auf Investorensuche befindet, mehr als 20 Adressen auf dem Private-Equity-Lager angefragt. Namentlich nennt die Zeitung die Investmentfirmen Advent International, Apax, Ardian, Apollo, Bain Capital, BC Partners, BDT Capital, Blackstone, Bregal, Bridgepoint, Carlyle, Centerbridge, Cinven, CVC Capital Partners, Endeavor zusammen mit Silver Lake, General Atlantic, Goldman Sachs Principal Investment, IGC, HIG, KKR, Nexicap, Permira, Searchlight und TPG, die allesamt Interesse an einem Bundesliga-Investment bekundet hätten.

Die Deutsche Fußball Liga erwägt gegenwärtig den Verkauf von Anteilen an ihrer Tochtergesellschaft Bundesliga International GmbH, die für die internationale Vermarktung des deutschen Fußballs verantwortlich ist. Laut "FT" sollen bei einem möglichen Deal Anteile im Volumen von 200 bis 300 Millionen Euro abgegeben werden, wodurch das Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet würde. Ziel der Bundesliga International GmbH sei es unter anderem, ein Online-Bezahl-System zur Verbreitung der Bundesligaspiele weltweit zu installieren. Die hiesigen TV-Rechte dagegen, mit einem Wert von allein mehr als 1,1 Milliarden Euro, befänden sich nicht unter Kontrolle des Unternehmens.

Bei der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga will DFL-Boss Christian Seifert (51) in wenigen Tagen über den Stand der Gespräche mit den Investoren berichten.

Generell benötigt die Bundesliga neue Einnahmequellen, denn ab der kommenden Saison gibt es weniger Geld aus der Vermarktung der Medienrechte zu verteilen. Daher hatte das DFL-Präsidium Ende Oktober "erstmals über Investorenangebote für eine Tochtergesellschaft der DFL GmbH beraten", wie es bei der Liga hieß. "Um diesbezügliche Optionen vor allem unter strategischen Gesichtspunkten bestmöglich prüfen und bewerten zu können, wird die DFL Informationsgespräche mit an Minderheitsanteilen interessierten Unternehmen aus dem Bereich 'Private Equity' vorbereiten."

cr