Kritik vom Verkehrsministerium Tschechischer Millionär fährt 417 km/h auf der A2

Mit irrem Tempo war ein Bugatti zwischen Berlin und Hannover unterwegs. Der Fahrer filmte sich dabei und stellte das Video ins Netz. Illegal war die Aktion möglicherweise nicht - auf dem Teilstück galt kein Tempolimit.
Supersportwagen Bugatti Chiron

Supersportwagen Bugatti Chiron

Foto: Martyn Lucy / Getty Images

Das Bundesverkehrsministerium hat die Hochgeschwindigkeitsfahrt eines tschechischen Millionärs auf der A2 kritisiert. Der Geschäftsmann Radim Passer war mit seinem Bugatti Chiron mit bis zu 417 Kilometern pro Stunde über die linke Spur gerast. Passer filmte sich bei der Aktion und stellte das Video ins Netz. Dabei werden auch Tacho- und GPS-Daten angezeigt.

Obwohl auf dem betroffenen Teil der Autobahn zwischen Berlin und Hannover offenbar keine Geschwindigkeitsbegrenzung gilt und Passer somit wohl nicht illegal handelte, bemängelte das Ministerium von Volker Wissing (FDP) die Aktion. Man lehne jedes Verhalten im Straßenverkehr ab, das zu einer Gefährdung von Verkehrsteilnehmern führe oder führen könnte, hieß es.

Unter dem Video schrieb Passer, dass der Geschwindigkeitstest seines Sportwagens im vergangenen Jahr auf einer zehn Kilometer langen geraden Strecke mit drei Fahrspuren gefilmt wurde, die auf der gesamten Strecke gut einsehbar sei. Die Sicherheit habe Priorität gehabt, also hätten die Umstände sicher sein müssen, hieß es.

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Doch der Clip zeigt auch, dass Passer, vierfacher Vater, und sein Beifahrer auf der Autobahn nicht ganz allein waren. Mehrere Fahrzeuge werden überholt und das Licht im Video deutet darauf hin, dass es bereits dämmerte. Ob ein Autofahrer selbst auf der rechten Spur damit rechnet, dass ihn auf einer öffentlichen Straße ein Wagen mit mehr als 400 Kilometern pro Stunde überholt, darf bezweifelt werden. Auf der linken Spur waren in dem Video keine weiteren Fahrzeuge zu erkennen.

Weiter hieß es in der Stellungnahme des Ministeriums, über die die Nachrichtenagentur AP berichtet, dass sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln der Straßenverkehrsordnung halten müssten. Im Folgenden wies das Ministerium um Wissing, der das Thema Tempolimit kürzlich noch als ganz klein bezeichnet hatte, darauf hin, dass das Gesetz den Fahrern auch vorschreibe, nur so schnell zu fahren, dass das Fahrzeug ständig unter Kontrolle ist.

Passer, der laut Forbes mit einem Vermögen von 6,6 Milliarden tschechischen Kronen (308 Millionen Dollar) zu den reichsten Menschen der Tschechischen Republik gehört, deutete unter dem Video an, dass er bei dem Stunt auf mehr als nur seine Fahrkünste vertraut hat. »Wir danken Gott für die Sicherheit und die guten Umstände, unter denen wir die Geschwindigkeit von 417 km/h erreichen konnten«, schrieb er.

joe/AP
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