Haven Healthcare Buffett, Amazon und JPMorgan beenden Gesundheitsvorsorgeprojekt

Haven Healthcare sollte die Vorsorgekosten für die Mitarbeiter senken und später als Blaupause für US-weite Lösungen dienen. Doch nach nur drei Jahren haben die drei Schwergewichte der US-Wirtschaft ihre Kooperation eingestellt.
Sie hatten Großes vor: Warren Buffett (Berkshire Hathaway), Jeff Bezos (Amazon) und Jamie Dimon (JPMorgan Chase, von links) beenden ihr gemeinsames Gesundheitsvorsorgeprojekt

Sie hatten Großes vor: Warren Buffett (Berkshire Hathaway), Jeff Bezos (Amazon) und Jamie Dimon (JPMorgan Chase, von links) beenden ihr gemeinsames Gesundheitsvorsorgeprojekt

Foto: Reuters, AFP, Reuters

Die US-Großkonzerne Amazon und JPMorgan Chase sowie die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway von Starinvestor Warren Buffett (90) beenden ihr gemeinsames Gesundheitsvorsorgeprojekt Haven Healthcare nach nur rund drei Jahren schon wieder. Das Geschäft wird Ende Februar eingestellt, wie Haven in der Nacht zu Dienstag (MEZ) nach entsprechenden US-Medienberichten in Boston bestätigte.

Die drei Schwergewichte der US-Wirtschaft hatten im Januar 2018 angekündigt, die Kräfte zu bündeln, um die Vorsorgekosten für ihre Mitarbeiter zu senken. "Die steigenden Gesundheitskosten fressen sich wie ein Bandwurm durch die US-Wirtschaft", erklärte Buffett damals. Das US-Gesundheitssystem leidet unter steigenden Versicherungskosten und gilt als eines der teuersten und ineffizientesten weltweit.

Doch die großen Hoffnungen in das Projekt der finanzstarken Konzerne erfüllten sich nicht, bereits im Mai hatte Vorstandschef Atul Gawande (55), Chirurg und Harvard-Medical-School-Professor, seinen Rücktritt eingereicht. Woran das Projekt genau scheiterte, dazu machten die Unternehmen zunächst keine Angaben.

US-Gesundheitssystem gilt als ineffizient und teuer

Amazon, JPMorgan und Berkshire Hathaway erklärten, die gewonnenen Erkenntnisse auch künftig zu nutzen, um bei der Entwicklung von Vorsorgeprogrammen für ihre Mitarbeiter zu kooperieren - allerdings informell. Das Projekt sollte zunächst den Beschäftigten der drei Unternehmen und später quasi als Blaupause für nationale Lösungen dienen. Daraus wird jetzt nichts.

Laut "Handelsblatt"  geben die USA jährlich 3,8 Billionen Dollar für Gesundheit aus - mit steigender Tendenz. Das entspricht durchschnittlich 11.600 Dollar pro Person und etwa 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dennoch erreiche davon nur ein Bruchteil die Ärzte oder Pfleger.

Ein weiteres Problem des US-Gesundheitssystems: Eine Krankenversicherung hängt in den meisten Fällen am Arbeitgeber. Deshalb müssen Versicherte oft eine hohe Selbstbeteiligung in Kauf nehmen - das gelte auch für die unter dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama (59) eingeführten Policen.

rei/DPA
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