Virtuelles Arbeiten Mein neuer Kollege, ein Avatar

Videokonferenzen gehören zum Alltag in der Corona-Pandemie. Doch wie virtuell wird das mobile Arbeiten? Unternehmen wie Facebook oder Microsoft erschaffen neue Welten aus Avataren, durch die sich unsere berufliche Kommunikation stark verändern wird. Auch der Spieleentwickler Roblox hält bereits Meetings mit Avataren ab - mit zum Teil kuriosen Folgen.
Büro-Meeting mit Avataren: Facebook arbeitet schon dran

Büro-Meeting mit Avataren: Facebook arbeitet schon dran

Foto: picture alliance/dpa/Facebook

Der französische Elektromusiker Jean-Michel Jarre schenkte seinen Fans bei einem Konzern zu Silvester ein besonderes Erlebnis: Während er sich in seinem Studio befand, erlebten die 75 Millionen Zuschauer in den sozialen Netzwerken seinen Auftritt so, als würde er gerade in der Kathedrale Notre-Dame de Paris stattfinden. Doch diese Location war ja nach dem Großbrand 2019 gesperrt. So spielte sich dank multimedialer Simulation tatsächlich das ganze Konzert virtuell ab.

Ein Ereignis, das Vorbild sein könnte für das Arbeiten in der Zukunft. Zwar ist der Begriff New Work seit dem ersten Lockdown all denjenigen Arbeitnehmern bekannt, die ihre Arbeit überwiegend auch im Homeoffice ausführen können. Doch statt dabei wie bislang stets starr auf einen Bildschirm zu schauen, werden die technologischen Möglichkeiten nun vielfältiger.

Die meisten der in der Entwicklung befindlichen Tools orientieren sich dabei an dem Gedanken des Metaverse. Das Konzept aus dem fast 30 Jahre alten Science-Fiction-Roman "Snow Crash" von Neal Stephenson hat auch den Tech-Riesen Facebook dazu motiviert, sich in "Meta" umzubenennen. Zugleich rief Facebook das Metaverse als neues "verkörpertes Internet" aus, welches die Nutzer schon bald mit Leben füllen sollen.

Büroarbeit oder Museumsbesuch mit dem Avatar?

Können wir also schon bald regelmäßig Konzerte oder Museen als Avatare besuchen? Wird es künftig auch möglich sein, in dieser universellen Parallelwelt zu arbeiten, zu kommunizieren und sogar Produkte herzustellen? Selbst eine eigene Währung ist in dieser Parallelwelt denkbar. Praktiziert wird dies bereits in dem auf einer Blockchain basierenden Virtual-Reality-Spiel "Decentraland", in dem Bewohner für Grundstücke oder auch Kunstwerke mit der eigenen Kryptowährung Mana hohe Summen bezahlen.

Auch echte Arbeitsplätze für Avatare wurden hier bereits geschaffen, diese werden ebenfalls in Mana bezahlt.

Microsoft will "Teams" mit Mixed-Reality-Funktion "Mesh" kombinieren

Für die tägliche Arbeitswelt scheinen allerdings die Pläne von Microsoft am relevantesten zu sein. Die häufig genutzte New-Work-Anwendung Teams soll dazu künftig mit der Mixed-Reality-Funktion Mesh kombiniert werden. So werden Teilnehmer einer Teams-Konferenz komplett virtuell miteinander agieren. Die Avatare können dabei sogar die Gestik, Mimik und Sprache ihrer realen Vorbilder übernehmen. Hololens heißt das Gerät, das es ähnlich wie bei einer Virtual-Reality-Brille ermöglicht, in diese neuen Welten einzutauchen.

Bereits im kommenden Jahr könnten so die ersten Mesh-Räume genutzt werden. Arbeitnehmer, die ungern in langen Videokonferenzen sitzen, dürften dann auch mal kurz die Augen schließen oder sich ein Getränk aus der Küche holen – ihr Avatar wird weiterhin aufmerksam den Ausführungen des Chefs lauschen.

Spieleentwickler Roblox hat schon Erfahrung mit Avataren

Eine besondere Rolle bei der Entwicklung dieser 3D-Welten spielt der sogenannte Gaming-Faktor. Denn in Computerspielen sind die Nutzer schon lange damit vertraut, sich mit Avataren in virtuellen Welten zu bewegen. So auch bei Roblox. Hier halten die Mitarbeiter des Unternehmens ihre Meetings oft direkt auf der Spieleplattform ab.

Bisweilen mit bizarren Folgen, denn bei einem Treffen im realen Leben kann eine Person sich nicht mehr so ungezwungen verhalten wie als Avatar. Er müsse sich immer erst vergewissern, ob er sich gerade wirklich in der virtuellen Welt befinde, bevor er in einem Meeting mal verärgert aus dem Fenster springe, berichtete kürzlich ein Roblox-Topmanager in einem Interview.

Weder aus dem Fenster in seinem Studio noch virtuell von seinem DJ-Pult musste dagegen Jean-Michel Jarre bei seinem Silvester-Konzert springen, denn dieses geriet zu einem vollen Erfolg. Sein ungewöhnlicher Auftritt als Avatar in einem künstlich geschaffenen Raum bot ihm Ausdrucksmöglichkeiten, die sich laut seiner Aussage so nicht im realen Leben hätten umsetzen lassen können. Eine Aussicht, die auch für das virtuelle Arbeitsleben optimistisch stimmen kann. Denn der Arbeitsplatz der Zukunft wird sich deutlich dynamischer gestalten als bislang. New Work hat gerade erst begonnen.

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