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UNTERNEHMEN Brutal konsequent

Wie ein junger Manager namens Jochen Zeitz die tote Marke Puma wiederbelebte.
aus manager magazin 9/2007

ERKENNTNISWERT: "Rupert Murdoch steigt bei Puma ein" - so hätte Ende 1999 eine Schlagzeile lauten können. Puma-Chef Jochen Zeitz war damals in Los Angeles im Büro des Medienmoguls auf-getaucht, um den Milliardär zum Kauf eines Puma-Anteils zu überreden. Eine Stunde diskutierten die beiden, dann versprach Murdoch, den Einstieg prüfen zu lassen. Kurz darauf sagte er "No" und ließ Zeitz mitteilen, dass Puma froh sein könne, wenn die Firma in ein, zwei Jahren noch existiere.

Eine nette und bisher unbekannte Geschichte, die der Journalist Rolf-Herbert Peters aufgestöbert hat. Solche Passagen zeigen: Peters hatte Zugang zu vielen Zeitzeugen, zu Archiven und zu den derzeit handelnden Personen, allen voran Puma-Chef Jochen Zeitz selbst, der sonst keine Eindringlinge in seiner Privatsphäre duldet.

Peters beschreibt, mit welcher - manchmal auch brutalen - Konsequenz ein junger Manager eine tote Marke reanimierte. Aber er zeigt auch, dass selbst der beste Manager ein gutes Team braucht. Deshalb räumt er Zeitz' Mitstreitern Martin Gänsler, Klaus Bauer und Dieter Bock sowie "Außenminister" Horst Widmann, dessen Afrika-Abenteuer allein ein Buch wert wären, den gebührenden Platz ein.

Stil: Ein lehrreiches, kurzweiliges und amüsantes Buch. Amüsant, weil es mit vielen alten und neuen Anekdötchen bestückt ist. Kurzweilig, weil es flott geschrieben ist. Lehrreich, weil es eigentlich ein Managementbuch ist, aber ohne die theoretisierend-verquere Sprache solcher Werke auskommt.

Nutzwert: Mit der Puma-Story beschreibt Peters eine der großen deutschen Erfolgsgeschichten der jüngeren Zeit. Und sie ist noch nicht zu Ende, auch nicht nach der richtigen Schlagzeile aus diesem Frühjahr: "Luxuskonzern PPR übernimmt Puma". Wolfgang Hirn

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