Alex Cruz muss gehen IAG tauscht British-Airways-Chef aus

Erst vor wenigen Wochen sprach Alex Cruz von "der schlimmsten Krise, die British Airways in ihrer 100-jährigen Geschichte durchgemacht hat". Offenbar fehlten dem BA-Chef die Ideen, wie er der Corona-Krise begegnen könnte. Nun zieht Konzernmutter IAG die Konsequenzen.
Alex Cruz, Chef von British Airways, muss gehen

Alex Cruz, Chef von British Airways, muss gehen

Foto: NIR ELIAS / REUTERS

Inmitten der Corona-Krise tauscht die Fluggesellschaft British Airways ihre Führung aus. Der Spanier Alex Cruz (54), der das Unternehmen seit 2016 leitete, legt sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder, wie aus einer Mitteilung der International Airlines Group  (IAG) von Montag hervorgeht, zu der British Airways gehört. Nachfolger soll Sean Doyle werden, der bislang die ebenfalls zur International Airlines Group gehörende Fluglinie Aer Lingus leitete. Der 54-jährige Cruz bleibt in einer anderen Rolle bei British Airways.

Der Chef des Airline-Konsortiums IAG, Luis Gallego (52), nannte die Corona-Pandemie die "schwerste Krise unserer Branche". Die Umstrukturierung solle helfen, gestärkt aus dieser Krise zu kommen.

Der durch die Pandemie zeitweise fast komplett eingebrochene Flugverkehr erholt sich nur langsam und schleppend. Die British-Airways-Mutter IAG verzeichnete im zweiten Quartal einen Milliardenverlust. Unter dem Strich stand ein Verlust von 2,1 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 736 Millionen ein Jahr zuvor, wie der Konzern Ende Juli mitteilte. Zu IAG gehören auch die Fluggesellschaften Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level.

Noch Mitte September hatte Cruz wörtlich gewarnt: "Wir kämpfen ums Überleben." Derzeit liege der Flugplan bei lediglich 25 bis 30 Prozent des normalen Geschäftes. Daher müssten tausende Arbeitsplätze gestrichen werden. "Dies ist die schlimmste Krise, die British Airways in ihrer 100-jährigen Geschichte durchgemacht hat", hatte der Manager gesagt. Jetzt muss er selbst gehen.

Großbritanniens führende Fluggesellschaft hatte in der Vergangenheit Kritik von Politikern und Gewerkschaften einstecken müssen, weil sie 13.000 Mitarbeiter entlassen und die Verträge vieler ihrer verbleibenden Mitarbeiter neu ausgehandelt hat. BA erwiderte, es gebe keine andere Wahl, da täglich 20 Millionen Pfund verbrannt und die Finanzen der Muttergesellschaft IAG belastet würden.

rei/dpa/Reuters
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