Börsendeal abgeschlossen Borsa Italiana geht an Euronext

Der Verkauf der Mailänder Börse an Euronext ist besiegelt. Die Konkurrenten aus Frankfurt und Zürich hatten das Nachsehen bei dem Vier-Milliarden-Euro-Deal.
Eingang der Mailänder Börse

Eingang der Mailänder Börse

Foto: Flavio Lo Scalzo / REUTERS

Die britische Börse LSE verkauft ihre Tochter Borsa Italiana an die Mehrländerbörse Euronext. Der Kaufpreis für den Betreiber der Mailänder Börse belaufe sich auf 4,325 Milliarden Euro, teilte die London Stock Exchange am Freitag mit. Euronext hatte gemeinsam mit der italienischen Staatsbank Cassa Depositi e Prestiti und der Großbank Intesa Sanpaolo für die LSE-Tochter geboten.

Seit vergangenem Monat führten die LSE und das Euronext-Konsortium exklusive Verhandlungen. Die Mehrländerbörse hatte mit ihrer Offerte die Deutsche Börse und die Schweizer Börse SIX ausgestochen. Im Juni hatte Euronext noch gegenüber den Schweizern das Nachsehen beim Kauf des spanischen Börsenbetreibers BME in Madrid.

Mit dem Verkauf der Borsa Italiana, zu der neben der Mailänder Börse auch die Staatsanleihenhandelsplattform MTS gehört, wollen sich die Briten die Zustimmung der europäischen Wettbewerbshüter zu der 27 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Datenanbieters Refinitiv sichern. Refinitiv ist eine Gemeinschaftsfirma vom US-Finanzinvestor Blackstone und dem Datenanbieter Thomson Reuters, zu dem die Nachrichtenagentur Reuters gehört.

Die italienischen Partner sollen rund 700 Millionen Euro beisteuern. CDP soll dafür einen Anteil von rund 7 Prozent der Euronext erhalten, Intesa wird mit etwas mehr als 1 Prozent beteiligt sein. Der Amsterdamer Börsenbetreiber will zur Finanzierung der Übernahme neue Aktien für 2,4 Milliarden Euro platzieren.

ak/Reuters/dpa-afx
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