Milliardengewinne für Großbanken Es regnet Geld - und Goldman Sachs und JP Morgan haben die größten Eimer

Goldene Zeiten für Goldman Sachs und JP Morgan: Der Boom im Wertpapierhandel und im Kapitalmarktgeschäft hat den US-Großbanken Rekordgewinne beschert. Sie halten sich an eine Devise des Börsengurus Warren Buffett.
Immer her mit dem Geld: Wenn Anleger schnelle Gewinne an der Börse suchen, hat Goldman Sachs sein Geschäft längst gemacht

Immer her mit dem Geld: Wenn Anleger schnelle Gewinne an der Börse suchen, hat Goldman Sachs sein Geschäft längst gemacht

Foto: Richard Drew / AP

Geldregen für die US-Großbanken. Das Börsenfieber und die anziehende Konjunktur in den USA treiben Goldman Sachs und JP Morgan immer mehr Kunden zu und sorgen für deutlich steigende Gewinne. Der seit Monaten andauernde Börsenboom sorgt dafür, dass die Banken mit Wertpapierhandel glänzend verdienen. Das Kapitalmarktgeschäft sowie das starke Investmentbanking wirken als weiterer Gewinnturbo. Die US-Geldhäuser haben ihre Aktivitäten vor allem im Wertpapierhandel stark erhöht und richten sich damit nach der Devise des Börsengurus Warren Buffett: "Wenn es Geld regnet, musst Du einen Eimer vor die Tür stellen und keinen Fingerhut." Und die Bankenchefs David Salomon und Jamie Dimon haben rechtzeitig dafür gesorgt, dass ihre Geldhäuser über den größten Eimer verfügen.

Unter dem Strich stand so für Goldman Sachs im ersten Quartal ein Überschuss von rund 6,7 Milliarden US-Dollar (5,6 Mrd Euro), wie das Institut am Mittwoch in New York mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte Goldman Sachs auch wegen hoher Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle in der Corona-Krise lediglich 1,1 Milliarden Dollar verdient. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel an der Wall Street um rund 2 Prozent zu.

Diesmal brummte das Geschäft im Investmentbanking, im Börsenhandel und in der Fondssparte. Die Nettoerträge der Bank fielen mit 17,7 Milliarden Dollar mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahreszeitraum - und erreichten ebenfalls einen Rekordwert. Unterdessen konnte Goldman Sachs einen kleinen Teil der Risikovorsorge für gefährdete Kredite auflösen - was das Ergebnis aber kaum beeinflusste.

Gewinn von JP Morgan verfünffacht

Auch die größte US-Bank JP Morgan hat dank florierender Handelsgeschäfte einen Gewinnsprung verzeichnet. Der Nettogewinn stieg im ersten Quartal auf 14,3 Milliarden Dollar und damit auf fast das Fünffache des Vorjahreswerts (2,9 Milliarden Dollar), wie das Geldhaus am Mittwoch mitteilte. JP Morgan kamen auch rasant steigende Gebühreneinnahmen aus dem Investmentbanking zugute. Zudem löste das Institut Reserven in Höhe von 5,2 Milliarden Dollar auf, nachdem es im ersten Quartal 2020 wegen der Pandemie noch seine Risikovorsorge für faule Kredite aufgestockt hatte. Die Konzernerträge legten im Berichtsquartal um 14 Prozent auf 33,1 Milliarden Dollar zu.

Hilfen aus Washington stützen auch die Großbanken

US-Banken kommen zusätzlich die Konjunkturhilfen aus Washington zugute. Sie sorgen dafür, dass in der Corona-Krise der Konsum der privaten Verbraucher nicht so stark einbricht und die Kreditausfälle geringer ausfallen. Die US-Notenbank Fed geht davon aus, dass die US-Wirtschaft dieses Jahr um 6,5 Prozent wächst, so stark wie seit Mitte der 1980er Jahre nicht mehr.

JP Morgan profitierte auch von einem erneut starken Kapitalmarktgeschäft. Die Kurse an den Börsen ziehen seit Monaten an, die Zahl der Börsengänge hat deutlich zugenommen. Außerdem haben viele Firmen wegen der Corona-Krise mehr Beratungsbedarf und sind an den Kapitalmärkten aktiver. Und ob Aktien steigen oder fallen - der Broker gewinnt immer.

la/dpa
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.