Börsenbarometer 10/2005 Hainer im Höhenflug

Der designierte DaimlerChrysler-Lenker Dieter Zetsche kommt bei den Anlegern an. Im Börsenbarometer des manager magazins landet der "Car Guy" auf Anhieb in der Spitzengruppe. Die Topränge gehen allerdings an die Chefs von Adidas und Porsche.

Hamburg - Eine große Mehrheit von 72 Prozent der Privataktionäre traut Adidas-Chef Herbert Hainer  zu, den Börsenwert des Sportartikelherstellers nachhaltig zu steigern. Unter 20 Spitzenmanagern deutscher Börsenschwergewichte liegt Hainer damit auf Platz eins in der Anlegergunst.

Das ergab eine repräsentative Befragung unter 1000 Privataktionären, die das Bielefelder Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid  Ende August für das am Freitag (23. September) erscheinende manager magazin durchgeführt hat.

Als großer Sieger der aktuellen Umfrage verwies Hainer den Lenker von Porsche , Wendelin Wiedeking, auf den zweiten Platz. Im Mai stieß der Adidas-Chef die Wintersportfirma Salomon ab. Anfang August kaufte er den US-Konkurrenten Reebok  - ein viel beachtetes Angriffssignal nicht nur an Weltmarktführer Nike .

Immerhin auf Rang sechs liegt der designierte Chef von DaimlerChrysler , Dieter Zetsche, der erstmals in die viermal jährlich im manager magazin veröffentlichte Rangliste aufgenommen wurde. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Privatanleger glaubt, dass er den Automobilhersteller wieder auf Erfolgskurs bringen wird.

Damit trauen die befragten Aktionäre Zetsche deutlich mehr zu als seinem Vorgänger Jürgen Schrempp: Der bisherige Vorstandsvorsitzende von DaimlerChrysler, der im Juli seinen Rücktritt verkündete, hatte bei der letzten Befragung im Juni nur noch 37 Prozent erreicht.

Auf dem vorletzten Platz der Rangliste, den Schrempp damals belegt hatte, findet sich nun Bernd Pischetsrieder, Vormann von Volkswagen : Lediglich 39 Prozent der Privataktionäre trauen dem Lenker des angeschlagenen Automobilkonzerns eine nachhaltige Steigerung des Börsenkurses zu.

Sehr pessimistisch schätzen Privataktionäre die Chancen deutscher Großbanken ein, auch künftig unabhängig zu bleiben. Bis zum Jahr 2010 dürfte lediglich die Deutsche Bank  als unabhängiges Geldinstitut bestehen bleiben, sagen 43 Prozent der Befragten. 29 Prozent gehen sogar davon aus, dass in fünf Jahren keine der deutschen Banken mehr selbstständig sein wird.

Verwandte Artikel