Börsenbarometer 7/2005 Anleger misstrauen Middelhoff

Thomas Middelhoff selbst beschreibt sich nicht als idealen KarstadtQuelle-Chef, Anleger halten ihn sogar für eine Fehlbesetzung. Nur jeder vierte traut ihm zu, den Konzern zu sanieren. Das ist ein Ergebnis des Börsenbarometers, mit dem manager magazin regelmäßig die Stimmung deutscher Anleger ermittelt.
Von Jonas Hetzer und Dietmar Palan

Hamburg - Lediglich 27 Prozent der Privataktionäre trauen Thomas Middelhoff, Vorstandschef von KarstadtQuelle , zu, den Börsenwert des krisengeschüttelten Kaufhauskonzerns nachhaltig zu steigern. Das ergab eine repräsentative Befragung unter 1000 Aktionären, die das Bielefelder Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid  Anfang Juni für die neue Ausgabe des manager magazins durchgeführt hat, die am Freitag (24. Juni) erscheint.

Middelhoff erzielte den mit Abstand schlechtesten Wert unter 20 Spitzenmanagern deutscher Börsenschwergewichte. Auf den vorletzten Platz abgestürzt ist Jürgen Schrempp. Noch Mitte 2003 hatte der Vorstandsvorsitzende von DaimlerChrysler  die viermal jährlich im manager magazin veröffentlichte Rangliste angeführt.

Auch Josef Ackermann zählt in der aktuellen Umfrage zu den großen Verlierern. Nur noch gut die Hälfte der Privatanleger (51 Prozent) glauben, dass der Schweizer die Deutsche Bank  zurück auf die Erfolgsspur bringt. Sollte es zudem zu einer Neuauflage des Mannesmann-Prozesses kommen, sind gar 74 Prozent der Befragten für einen Rücktritt Ackermanns.

Jeder zweite Anleger will Hedgefonds regulieren

Seinen Spitzenplatz verteidigen konnte Wendelin Wiedeking. Der Lenker von Porsche  belegt mit 73 Prozent Zuspruch wieder Rang eins, gefolgt von einem weiteren Automanager, Helmut Panke (BMW , 68 Prozent).

Die Hedgefonds-Attacke auf die Deutsche Börse  und der Rücktritt von Vorstandschef Werner Seifert haben offenbar Spuren bei den Anlegern hinterlassen. Immerhin 48 Prozent der für das manager magazin befragten Aktionäre sprachen sich für eine stärkere Regulierung von Hedgefonds aus.

Noch deutlicher ist das Stimmungsbild auf politischer Ebene. Drei Viertel der Anleger setzen bei einer Neuwahl des Bundestages im Herbst auf eine Regierungsbeteiligung der Unionsparteien. Mehr als die Hälfte davon (39 Prozent) sind für eine Koalition von CDU/CSU und FDP; 36 Prozent favorisieren eine große Koalition der Union mit den Sozialdemokraten.

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