Börsenbarometer 4/2002 Traumstart für den Kronprinzen

Der designierte BMW-Chef, Helmut Panke, ist von Deutschlands Privataktionären auf Anhieb zum beliebtesten Spitzenmanager gewählt worden. Telekom-Chef Ron Sommer wird hingegen endgültig zum Buhmann der Börsen-Nation.
Von Ulric Papendick und Arne Stuhr

Hamburg - Ein starker Markenname, sagen Werbeprofis, sei für ein Unternehmen mit Geld kaum aufzuwiegen. Nicht nur die Kunden, auch die Anleger vertrauen auf die Wirkung bekannter Marken, wie eine aktuelle Umfrage des manager magazin zeigt.

Anders ist kaum zu erklären, dass Helmut Panke, designierter Chef des bayerischen Automobilkonzerns BMW, im mm-Börsenbarometer auf Anhieb Platz eins belegt. 68 Prozent der befragten Anleger sind der Ansicht, Panke werde es gelingen, den Aktienkurs des Autobauers nachhaltig zu steigern.

Anlegerwatschen für Ron Sommer

Das Ergebnis der Umfrage unter Privatanlegern, die das Meinungsforschungsinstitut TSN Emnid in Zusammenarbeit mit der Hamburger Kirchhoff Consult alle drei Monate exklusiv für manager magazin durchführt, ist ein Beleg für das exzellente Image des BMW-Konzerns. Pankes Vorgänger Joachim Milberg war von den Anlegern dreimal in Folge zur Nummer eins unter Deutschlands Konzernlenkern gewählt worden, zuletzt mit einem Rekordwert von 75 Prozent. Sein Nachfolger Panke erhält zwar einen geringeren Zuspruch, aber trotzdem einen gewaltigen Vertrauensvorschuss.

Mit diesem Resultat führt der künftige BMW-Lenker im mm-Börsenbarometer vor Siemens-Chef Heinrich von Pierer (65 Prozent Zuspruch) und Porsche-Primus Wendelin Wiedeking (64 Prozent). An vierter Stelle rangiert mit 62 Prozent Bernd Pischetsrieder, der kommende Chef des Volkswagen-Konzerns.

Einen schlechten Start erwischten dagegen zwei Firmenlenker, die - wie Panke und Pischetsrieder - von der mm-Redaktion erstmals nominiert waren. Werner Seifert, der Chef der Deutschen Börse AG, erreichte lediglich einen Platz im hinteren Mittelfeld. Infineon-Primus Ulrich Schumacher, durch die Krise auf dem Halbleitermarkt arg in Bedrängnis geraten, landete auf dem letzten Platz - knapp hinter Telekom-Chef Ron Sommer.

Festverzinsliche schlagen Aktienfonds

Die Umfrage zeigt zugleich: Die verhaltene Entwicklung von Weltkonjunktur und Börsenkursen hinterlässt bei den Investoren deutliche Spuren. Beliebteste Anlageform sind zurzeit festverzinsliche Wertpapiere: 43 Prozent der Befragten wollen bei der Geldanlage auf Nummer sicher gehen. Eine Direktanlage in Aktien erwägen hingegen nur elf Prozent; vor drei Monaten waren es noch 15 Prozent.

Die detaillierte Analyse zum Börsenbarometer lesen Sie im manager magazin (siehe: Ausgabe 4/2002 - "Macht der Marke") . Wie die deutsche Wirtschafts-Elite bei den Anlegern im Einzelnen abschneidet, erfahren Sie hier .

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