Dienstag, 23. April 2019

Börsenbarometer Atomkraft, ja bitte!

Neben seiner Karriere bei Siemens bezog Heinrich von Pierer auch politisch Position - unter anderem als Berater von Helmut Kohl.

Heinrich von Pierer
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Heinrich von Pierer

Hamburg - Aus seiner politischen Heimat hat Heinrich von Pierer nie ein Geheimnis gemacht. Von 1972 bis 1990 saß er für die CSU im Stadtrat seiner Geburtsstadt Erlangen und scheiterte Anfang der Siebziger nur knapp an einer Bundestagskandidatur. Neben seinem Job als Siemens-Chef stand er Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl viele Jahre als einer der engsten Berater zur Verfügung.

Auch in Fragen zum Einsatz der Atomkraft vertritt von Pierer konservative Positionen. 1999 mahnte er vor dem Club of Rome die Rückkehr zur Kernenergie an, da das "schwerwiegende Risiko einer Klimaveränderung" durch den Einsatz fossiler Brennstoffe nicht länger hingenommen werden könne.

Helmut Kohl vertraute viele Jahre auf den Rat von Heinrich von Pierer
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Helmut Kohl vertraute viele Jahre auf den Rat von Heinrich von Pierer
Von Pierer wurde 1941 geboren. Sein Vater war Berufsoffizier und sein Großvater, der 1900 in den österreichischen Adelsstand erhoben wurde, diente als Generalmajor in der "k.u.k.-Armee". Er selbst erntete auf anderen Feldern Lorbeeren. Mit 18 wurde von Pierer bayerischer Jugendmeister im Tennis, und schon während seiner Schulzeit schrieb er als freier Mitarbeiter für das "Erlanger Tagblatt".

Seine Siemens-Laufbahn begann der promovierte Jurist und diplomierte Volkswirt 1969 als Syndikus in der Rechtsabteilung. 1977 wechselte er zur Siemens-Tochter Kraftwerk Union (KWU), bei der er von kaufmännischer Seite Großprojekte betreute. Nachdem die KWU 1987 im Siemens-Konzern aufgegangen war, wurde von Pierer 1988 kaufmännischer Leiter für den gesamten Geschäftsbereich Kraftwerke.

1991 wurde von Pierer 1991 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Schneller als erwartet musste er in die erste Reihe treten. Nachdem sich der damalige Siemens-Chef, Karlheinz Kaske, Anfang 1992 einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen hatte, vertrat von Pierer - mit beachtlichem Erfolg - seinen Chef, bis er im Oktober 1992 dann auch offiziell zum ersten Mann bei Siemens ernannt wurde.

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