Börsenbarometer Benzin in den Genen

Trotz zahlreicher Gegner war Ferdinand Piëchs Weg an die VW-Spitze eigentlich programmiert. Ist er mit den Autos made in Wolfsburg doch quasi blutsverwandt.

Hamburg - Die Leidenschaft für das Konstruieren von Motoren und Autos scheint bei Ferdinand Piëch genetisch bedingt zu sein. War sein Großvater mütterlicherseits doch kein anderer als Ferdinand Porsche, der Gründer der Stuttgarter Sportwagenschmiede und geistige Vater des VW Käfers.

So war es wenig verwunderlich, dass der 1937 geborene Piëch nach seinem Abitur an der ETH in Zürich Maschinenbau studierte und nach seinem Abschluss als Versuchsingenieur bei Porsche in Stuttgart anfing. Über die Stationen als Versuchs- und Entwicklungschef wurde er 1971 technischer Geschäftsführer in Zuffenhausen.

Sein Ziel, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Porsche zu werden, scheiterte aber an Widerständen innerhalb des Porsche-Clans sowie am Betriebsrat, der zwar nicht seine technischen, wohl aber seine Führungsqualitäten bezweifelte. So landete Piëch nach kurzer Zeit als freier Ingenieur bei der VW-Tochter Audi, wo er bereits 1975 in den Vorstand einzog.

Obwohl es auch bei Audi heftige Kritik an Piëchs Führungsstil gab, löste er 1988 Wolfgang Habbel als Audi-Chef ab. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger wurde er aber nicht gleichzeitig Mitglied des VW-Vorstands.

Als der Gewinn des Volkswagenkonzerns Anfang der neunziger Jahre dramatisch zusammenschmolz, schlug die Stunde Piëchs, der bei Audi trotz lahmender Konjunktur gute Zahlen vorlegte. Im April 1992 wurde er zum Nachfolger von Carl Hahn an der VW-Spitze gewählt. Am 1. Januar 1993 trat Piëch offiziell sein Amt an. Der bis dahin favorisierte Daniel Goeudevert hatte das Nachsehen.

Piëch, der Ehrendoktor der Universität Wien ist, sorgte auch außerhalb des VW-Konzerns für Aufsehen. Der begeisterte Sportler (Mountainbike, Segeln, Ski) soll zwölf Kinder von drei verschiedenen Frauen haben. Der Streit zwischen der Porsche-Führung und der Gründerfamilie bescherte dem Japan-Fan Piëch Anfang 1992 zahlreiche negativen Schlagzeilen.

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