Börsenbarometer Immer schön freundlich

Fast emotionslos - zumindest nach außen - hat Bernd Fahrholz die Dresdner Bank in die Arme der Allianz geführt und bleibt damit seiner Linie treu.

Hamburg - Das "bitte lächeln" können sich die Fotografen bei Bernd Fahrholz sparen. Der Dresdner-Bank-Chef gehört zu der Kategorie Mensch, die sich nach außen nichts anmerken lassen und stets gut gelaunt scheinen. Dadurch hat sich der Job der Foto-Journalisten nicht gerade vereinfacht. Bot Fahrholz-Vorgänger Bernhard Walter, der es im Laufe einer Presse-Konferenz gut und gerne auf zehn Zigaretten brachte, doch eindeutig das reizvollere Motiv.

Auch sonst zeigt der Werdegang des zweifachen Familienvaters kaum Ecken und Kanten. 1947 im niedersächsischen Oldenburg geboren studierte er in Göttingen und Hamburg Jura und promovierte 1978 zum Doktor der Rechtswissenschaften.

Bereits 1977 trat er als Syndikus in die Dresdner Bank ein. Seit 1985 übernahm Fahrholz dann erste Aufgaben im Management. Zuerst im allgemeinen Firmenkundengeschäft und später im Bereich "strukturierte Finanzierungen". Über die Stationen Geschäftsbereichsleitung und Generalbevollmächtigter wurde er zuerst Mitglied der Führung der Investment-Banking-Sparte und 1998 schließlich für diesen Bereich ordentliches Vorstandsmitglied.

Den Sprung an die Konzernspitze verdankte Fahrholz der schwärzesten Stunde seines Vorgängers, Bernhard Walter. Dieser überwarf sich mit Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer und ließ die Fusiongespräche, die manager magazin früher als es den beiden Geldhäusern lieb war an die Öffentlichkeit gebracht hatte, platzen. Walter übernahm die "politische Verantwortung" und wollte nach eigenen Worten in Zukunft "sein Golf-Handicap verbessern". Fahrholz wurde am 1. Mai 2000 offiziell sein Nachfolger als Vorstandssprecher der Dresdner Bank. Er hatte bereits im "Integrationsausschuss" mit der Deutschen Bank die Fäden gezogen und hätte wohl im neuen Institut die Leitung des Investment-Bankings übernommen.

Sein Verhandlungsgeschick, dass er unter anderem in den Umschuldungsverhandlungen mit Russland bewies, soll Fahrholz auch in den Gesprächen mit der Allianz eingesetzt haben und wird dafür mit einem Vorstandssitz bei den Münchenern belohnt.

Arne Stuhr

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