DSW-Auswertung Mit diesen Aktien haben Anleger 2021 die größten Verluste erlitten

Etliche börsennotierte Unternehmen haben 2021 das Geld ihrer Anteilseigner verbrannt. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hat ausgewertet, welche Aktien zu den größten Kapitalvernichtern zählen.
Negativliste für 2021: Auch der Konzern Thyssenkrupp gehört zu den 50 größten "Kapitalvernichtern" auf der Liste der DSW

Negativliste für 2021: Auch der Konzern Thyssenkrupp gehört zu den 50 größten "Kapitalvernichtern" auf der Liste der DSW

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Thilo Schmuelgen/ REUTERS

Etliche börsennotierte Unternehmen machen ihren Aktionären wenig Freude. Zu den größten "Kapitalvernichtern" des vergangenen Jahres zählt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) das Biotech-Unternehmen Epigenomics, den Online-Händler Windeln.de und den Wettanbieter Bet-At-Home. Auch bekanntere Unternehmen wie Thyssenkrupp und die Lufthansa sowie vier Dax-Konzerne finden sich auf der 50 Unternehmen umfassenden Negativliste für 2021, welche die DSW am Montag vorstellte.

"Insgesamt bleibt es ein Warnsignal, wenn eine der Gesellschaften, die man im Depot hat, auf einer DSW-Watchlist auftaucht", mahnte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler (54). "Viele Unternehmen, die bereits vor der Corona-Krise angeschlagen waren, finden sich in einer besonders prekären Situation wieder. Die Probleme potenzieren und vertiefen sich", so Tüngler.

Bei den Flops landete zum zweiten Mal in Folge Epigenomics auf Platz eins. Die Aktie des auf die Entwicklung von Technologien zur Erkennung von Krebs spezialisierten Unternehmens verlor sowohl auf Sicht von einem Jahr (minus 81 Prozent) als auch drei Jahren (minus 95 Prozent) und fünf Jahren (minus 98 Prozent) deutlich an Wert. Lediglich im Fünf-Jahres-Zeitraum wurde Epigenomics noch von der Zweitplatzierten Windel.de SE überboten: Aktionäre, die deren Anteilsscheine so lange im Depot hatten, verloren mit einem Minus von 99 Prozent fast ihren kompletten Einsatz.

Auf der Liste, die auch Dividendenzahlungen berücksichtigt, finden sich zudem eine ganze Reihe bekannter Namen: etwa der Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp (Platz 19), der Elektronikhändler Ceconomy (20) und Deutschlands größte Fluggesellschaft Lufthansa (24). "Nicht mehr dabei ist dagegen die Deutsche Bank, die über etliche Jahre fast schon zum Inventar gehörte", stellte die DSW fest.

Das erste von vier Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) findet sich in diesem Jahr auf Platz 29 der Negativliste: der Klinik- und Medizinkonzern Fresenius, der seine Aktionäre jahrelang mit steigenden Umsätzen und Gewinnen verwöhnt hat, dessen Wachstumskurs nun aber ins Stocken geraten ist. Eine deutlich sinkende Bewertung an der Börse war die Folge. Ebenfalls dabei aus der ersten deutschen Börsenliga auf der unrühmlichen Liste sind Henkel (32), Bayer (36) und Continental (38).

sio/dpa