Geistiges Eigentum an Impfstoff Biontech-Chef Sahin hält an Eigentumsrechten fest

Der Verzicht auf geistige Eigentumsrechte ist nach Einschätzung von Biontech-Chef Ugur Sahin nicht der richtige Weg, um die Produktion von Covid-19-Impfstoffen zu erhöhen. Das sei "keine Lösung", so Sahin. Möglich sei aber eine Lizenzvergabe.
Biontech-Chef Ugur Sahin

Biontech-Chef Ugur Sahin

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Florian Gaertner / imago images/photothek

Biontech setze auf enge Kooperationen mit ausgewählten Partnern, da sein Impfstoff schwierig herzustellen sei, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin (55) am Mittwoch bei einer Veranstaltung des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland. "Es gibt Möglichkeiten, die wir erwägen, dass wir spezielle Lizenzen vergeben für kompetente Hersteller." Das stelle die Qualität des Vakzins sicher. Die Produktion durch Lizenznehmer könnte aber frühestens gegen Ende des Jahres einen Beitrag leisten.

Die US-Regierung hatte den Verzicht auf geistige Eigentumsrechte ins Spiel gebracht, um die Impfstoffproduktion zu erhöhen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, hatte es am Dienstag aus dem Weißen Haus geheißen.

Herdenimmunität in der EU bis zum Ende des Sommers

Sahin sagte, es sei wichtig, dass in der EU hergestellte Impfstoffe auch in andere Teile der Welt exportiert würden. Er rechnet damit, dass in der EU Herdenimmunität bis Ende des Sommers erreicht werden könne. Es habe aber wenig Nutzen, wenn Europa sicher sei und das Virus in anderen Regionen weiter wüte. Eine Zulassung seines Impfstoffs in China erwartet Sahin bis spätestens Juni. Dort kooperiert Biontech mit Fosun Pharma, außerhalb der Volksrepublik arbeitet Biontech mit dem US-Pharmakonzern Pfizer zusammen.

Zu Berichten über Fälle von Herzmuskelentzündungen aus Israel nach der Impfung mit seinem Covid-19-Impfstoff sagte Sahin, das Unternehmen gehe diesen nach. Bisher gebe es aber keine Hinweise auf ein ungewöhnliches Auftreten und gehäufte Fälle von Herzmuskelentzündungen. Die britische Arzneimittelbehörde MHRA erklärte am Mittwoch, es gebe keine Bedenken hinsichtlich der Sicherheit des Vakzins und Herzmuskelentzündungen basierend auf den Daten aus Großbritannien. Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte schon erklärt, keinen Zusammenhang zu sehen.

la/reuters
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