Trophy-Immobilie Norwegens Staatsfonds kauft das halbe Sony Center in Berlin

Das Sony Center in Berlin gehört zu den Top-Objekten der Hauptstadt und ist modernes Wahrzeichen zugleich. Nun beteiligt sich der norwegische Staatsfonds an der Immobilie. Gemeinsam mit dem bisherigen Besitzer wollen die Norweger den Komplex für viele Millionen sanieren.
Ein wenig in die Jahre gekommen: Das im Jahr 2000 eröffnete Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin soll nachhaltiger werden

Ein wenig in die Jahre gekommen: Das im Jahr 2000 eröffnete Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin soll nachhaltiger werden

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Norwegens Pensionsfonds ist der größte Staatsfonds der Welt – und wird nun neuer Miteigentümer des Sony Centers in Berlin. Für 677 Millionen Euro erwarb die "Norges Bank Investment Management" (NBIM) eine 50-prozentige Beteiligung an der Immobilie, wie der Staatsfonds am Freitag mitteilte. Die übrigen 50 Prozent bleiben im Besitz des kanadischen Pensionsfonds Oxford Properties.

Dieser Pensionsfonds für kommunale Angestellte in Ontario hatte den 113.000 Quadratmeter großen Komplex am Potsdamer Platz 2017 zusammen mit der New Yorker Investmentgesellschaft Madison International Realty für 1,1 Milliarden Euro gekauft. Nun wird das Ensemble aus Büro- und Einzelhandel einschließlich der Schulden mit 1,354 Milliarden Euro bewertet, das sind 23 Prozent mehr als der Kaufpreis vor fünf Jahren.

Aktuell wird das im Jahr 2000 eröffnete Gebäudeensemble von Architekt Helmut Jahn mit der charakteristischen Kuppel aus Glas und Stahl modernisiert. Die Nachrichtenagentur Bloomberg  bewertet dieses Geschäft als "Vertrauensbeweis eines der weltweit größten Investoren in eine Art von Immobilie, die während der Pandemie in Ungnade gefallen ist".

Da Madison International Realty seinen Anteil von 5,1 Prozent verkauft und der norwegische Staatsfonds weitere 44,9 Prozent von der Oxford Properties Group übernehmen kann, wird der Gesamtanteil der Norweger nun 50 Prozent betragen. Die andere Hälfte behält Oxford Properties, die laut Bloomberg weiterhin als Asset Manager für das Joint Venture tätig sein werden.

200 Millionen Euro für die Sanierung

Die acht Gebäude des Sony Center wurden nach der deutschen Wiedervereinigung als ein futuristisches Handelszentrum geplant und gebaut. Direkt am Potsdamer Platz gelegen gilt das Sony Center als ein Symbol für die überwundenen Teilung zwischen West und Ost.

Laut Bloomberg  plant das Joint Venture, bis 2023 eine 200 Millionen Euro teure Sanierung des Sony Centers voranzutreiben. Dadurch soll das jährlich von etwa sieben Millionen Menschen besuchte Center nachhaltiger gestaltet und die Büroflächen modernisiert werden. Auch das Angebot an Lebensmitteln und Getränken soll ausgebaut werden.

Der Einstieg ist die bisher größte Einzelinvestition des norwegischen Staatsfonds in eine Berliner Immobilie.

hr mit Nachrichtenagenturen