Anteil an Occidental ausgebaut Warren Buffett erhöht seine Wette auf Big Oil

Die hohen Ölpreise bescheren dem US-Ölkonzern Occidental Petroelum satte Gewinne, die Aktie ist die erfolgreichste im S&P-Index. Warren Buffett möchte davon profitieren und hat offenbar seine Beteiligung an dem Unternehmen ausgebaut.
Lust auf mehr: US-Starinvestor Warren Buffett greift bei Aktien von Occidental zu. Die Themen Klimawandel und Erderwärmung gehören nicht zu den Prioritäten des 91-Jährigen

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Foto: Nati Harnik / AP

Investorenlegende Warren Buffett (91) investiert weiter kräftig in die Ölindustrie. Berkshire Hathaway habe seit Februar 1,12 Prozent an Occidental Petroleum erworben, allein in diesem Monat habe das Unternehmen weitere zwölf Millionen Aktien gekauft, berichtet das "Wall Street Journal  (WSJ)" am Mittwoch. Damit steige der Anteil von Berkshire an dem US-Ölkonzern auf 18,7 Prozent. Die Holding festige damit ihre Position als größte Anteilseignerin von Occidental. Die beiden Unternehmen wollten sich gegenüber der Zeitung nicht zu dem Bericht äußern.

Sollte Buffett die Beteiligung noch weiter ausbauen, könnte die Investmentholding Occidental sogar in ihrer Bilanz verbuchen, heißt es in dem Bericht weiter. Wenn Anteilseigner mindestens 20 Prozent eines Unternehmens besitzen, können sie einen proportionalen Anteil an den Gewinnen dieses Unternehmens in ihre eigenen Ergebnisse einbeziehen. Analysten gehen laut "WSJ" davon aus, dass der Ölkonzern in diesem Jahr einen Gewinn von etwa zehn Milliarden US-Dollar einfahren wird. Somit könnte die Holding ihren eigenen Gewinn nach einer möglichen Anteilsaufstockung um etwa zwei Milliarden US-Dollar erhöhen, wie Finanzprofessor David Kass der Zeitung erklärte. Derzeit erhalte Berkshire nur etwas weniger als 100 Millionen US-Dollar pro Jahr an Dividendenzahlungen von Occidental.

An finanziellen Mitteln sollte eine Aufstockung jedenfalls nicht scheitern: Allein zum Ende des ersten Quartals war die Kriegskasse von Berkshire Hathaway mit 106 Milliarden US-Dollar recht gut gefüllt. Zudem hält Buffett große Stücke auf die Occidental-Chefin Vicki Hollub (62), die derzeit die Schuldenlast des Unternehmens abbaut und durch Rückkäufe und Dividenden Kapital an die Aktionäre zurückgibt. "Was Vicki Hollub sagte, machte einfach nur Sinn", sagte Buffett auf der jährlichen Aktionärsversammlung von Berkshire im April. Occidental scheine "ein guter Ort zu sein, um Berkshires Geld zu investieren", fügte er hinzu.

Occidental erfolgreichste S&P-Aktie in diesem Jahr

Bislang hat Buffett mit Occidental mal wieder einen guten Riecher bewiesen. Der rapide Anstieg der Ölpreise beschert dem Unternehmen Milliardengewinne, Anleger greifen verstärkt zu. Seit Beginn des Jahres legte die Occidental-Aktie  um 100 Prozent zu und war damit das erfolgreichste Papier im US-Index S&P 500. Zum Vergleich: der zweitbeste Wert, die Aktie des Ölkonzerns Coterra Energy, legt im gleichen Zeitraum nur um 43 Prozent zu. Der S&P 500 gab sogar um 20 Prozent nach.

Buffett hat das damalige Textilunternehmen Berkshire Hathaway im Alter von 30 Jahren gekauft und aus ihm eines der 20 größten Unternehmen der USA geformt. Mehr als 80 Unternehmen gehören heute zu dem Konglomerat. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Berkshire einen Rekordgewinn in Höhe von 90 Milliarden US-Dollar und einen Umsatz von 276 Milliarden US-Dollar. Der Starinvestor selbst verfügt derzeit laut aktueller "Forbes "-Liste über ein Vermögen von knapp 100 Milliarden US-Dollar.

Der Berkshire-Chef ist ein sogenannter Value-Investor. Das heißt, er setzt überwiegend auf etablierte und profitable Konzerne, die eine gute wirtschaftliche Verfassung, eine starke Wettbewerbsposition und eine Führungsriege nach seinem Geschmack besitzen. Nachdem Anleger jahrelang auf einen großen Deal warteten, baute Buffett sein Portfolio im März dieses Jahres mit drei großen Deals um. Er setzt nun vor allem auf Energie- und Techaktien, von Anteilen an Pharmafirmen trennte er sich.

mg
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