Militär bekommt Beluga Airbus will Geschäft mit Großraum-Transportern ausbauen

Großauftrag für Airbus: Mit dem Ausfall der Antonow-Flotte benötigt das Militär neue Großraum-Transportflugzeuge. Airbus springt mit der Beluga ein. Auch Easyjet hat einen weiteren Großeinkauf bei Airbus angekündigt.
Airbus erweitert sein Geschäft mit der Großraum-Flotte für das Militär mit der Beluga (im Bild Beluga XL)

Airbus erweitert sein Geschäft mit der Großraum-Flotte für das Militär mit der Beluga (im Bild Beluga XL)

Foto: Frederic Scheiber/ AP

Der Flugzeugbauer Airbus will das Geschäft mit Großraum-Transportern für das Militär und zivile Anwendungen ausbauen. "Mit dem Ausfall der Antonow-Flotte ist jetzt ein Vakuum in dem Bereich für Großraum-Transportflugzeuge entstanden. Wir wollen uns mit der Beluga in diesem Markt bewähren", sagte der Chef der Airbus-Rüstungssparte, Michael Schöllhorn (56), der "Deutschen Presse-Agentur" vor der am Mittwoch beginnenden Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin.

"Wir müssen unsere Satelliten unter bestimmten Bedingungen nach Kourou in Lateinamerika bringen. Das haben wir bisher häufig mit der Antonow gemacht. Im Moment fliegt die Antonow nicht mehr", sagte er mit Blick auf den ukrainischen Flugzeugbauer, der Ziel russischer Angriffe wurde. "Es geht auch um das Thema militärische Verlegbarkeit, wo sich auch die europäischen Streitkräfte mehr Gedanken machen, wie sie Gerät von A nach B bringen können. Und da spielt natürlich die Beluga durchaus auch eine Rolle in den Überlegungen."

Schöllhorn ist auch Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Rund 550 Aussteller präsentieren in Schönefeld von Mittwoch bis Sonntag ihre Lösungen für die Zukunft des Fliegens und der Raumfahrt. Neben weniger Schadstoffausstoß im Luftverkehr steht wegen des Ukraine-Kriegs der militärische Teil besonders im Blickpunkt. Die Branche hat dabei die geplanten zusätzlichen Militärausgaben Deutschlands von 100 Milliarden Euro im Blick.

Easyjet will weitere 56 Airbus-Jets kaufen

Zeitgleich will der britische Billigflieger Easyjet die Erneuerung seiner Flotte mit einem weiteren Großeinkauf bei Airbus vorantreiben. Vorgesehen sei der Kauf von 56 Mittelstreckenjets aus der Modellfamilie A320neo, teilte die Fluggesellschaft am Dienstag mit. Dazu habe sie eine bedingte Vereinbarung mit Airbus getroffen. Dabei übt Easyjet den Angaben zufolge Kaufrechte und Optionen aus einem früheren Vertrag aus. Zudem folgt der Billigflieger dem Trend zu größeren Maschinen: Anstelle von 18 bereits bestellten Flugzeugen in der Standardversion A320neo solle Airbus die gleiche Zahl in der Langversion A321neo liefern.

Die Auslieferung der schon georderten Maschinen ist für 2024 bis 2027 vorgesehen. Die 56 zusätzlichen Jets sollen in den Jahren 2026 bis 2029 zur Easyjet-Flotte stoßen. Sie sollen ältere Maschinen der Kurzversion A319 sowie ältere Airbus A320 ersetzen.

Die Branche hat es aktuell schwer. Wegen des Personalmangels an Flughäfen kappte Easyjet erst kürzlich ihre Kapazität für das zweite Geschäftshalbjahr. Dies werde zu einer Kostenbelastung führen und es würden mehr Kosten anfallen als in der Prognose zuvor veranschlagt, hieß es am Montag vom Unternehmen im britischen Luton, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Analyst Alex Irving von Bernstein Research schätzt die zusätzlichen Kosten wegen der Ausfälle auf einen Betrag zwischen 100 und 200 Millionen britische Pfund (bis zu knapp 233 Millionen Euro).

mje/dpa-afpx
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