Nach Monsanto-Übernahme Bayer erzielt Teilerfolg im Glyphosat-Streit

Bayer gewinnt den dritten Glyphosat-Prozess in Folge in den USA, sieht sich jedoch mit zahllosen weiteren Klagen konfrontiert. Vor dem Obersten Gerichtshof droht dem Konzern zudem eine Niederlage. Bayer hat für diesen Fall bereits Milliarden-Rückstellungen gebildet.
Bayer-Chef Werner Baumann: Trotz des Teilerfolgs in den USA läuft die US-Klageindustrie weiter auf Hochtouren

Bayer-Chef Werner Baumann: Trotz des Teilerfolgs in den USA läuft die US-Klageindustrie weiter auf Hochtouren

Foto: REUTERS

Der Bayer-Konzern hat in den USA einen Prozess um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat gewonnen. Die Jury eines Gerichts in Kansas City im Bundesstaat Missouri entschied am Donnerstag (Ortszeit) zugunsten des Dax-Unternehmens und urteilte, dass das Herbizid nicht für die Erkrankung des Klägers Allan Shelton verantwortlich zu machen sei. Die Aktien  von Bayer gaben inmitten eines sehr schwachen Marktumfelds um moderate 0,4 Prozent auf 65,11 Euro nach.

Bayer hatte 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto, von dem der umstrittene glyphosathaltige Unkrautvernichter Roundup stammt, hohe rechtliche Risiken übernommen. Der Agrarchemie- und Pharmakonzern hat sich in den USA nun zwar bereits in drei Glyphosat-Prozessen in Folge durchgesetzt, zuvor jedoch auch drei Verfahren in Serie verloren. Die Leverkusener sind noch mit zahlreichen weiteren ähnlichen US-Klagen konfrontiert.

Bayer droht Niederlage vor dem Supreme Court

Wichtig für die weitere Entwicklung dieser rechtlichen Großbaustelle dürfte eine in Kürze erwartete Entscheidung des obersten US-Gerichts über die Annahme eines Falls sein, in dem Bayer 2019 einen Schuldspruch kassiert hatte. Das Management um Bayer-Chef Werner Baumann (59) hofft, dass der Supreme Court das Urteil überprüft und kippt – was Signalwirkung für die vielen anderen Verfahren hätte. Zuletzt sah es aber nicht danach aus, die US-Regierung riet den Richtern von der Annahme des Falls ab.

Für den Fall, dass der Supreme Court sich mit dem Glyphosat-Verfahren nicht befassen will oder letztlich gegen Bayer entscheidet, hatte der Konzern im vergangenen Sommer bereits zusätzliche Rückstellungen von 4,5 Milliarden Dollar gebildet.

Mit diesem Geld will das Unternehmen dann ein Programm aufsetzen, um in den kommenden 15 Jahren mit den Forderungen potenzieller neuer Kläger in den USA umzugehen. Nach Darstellung von Bayer ist Roundup bei sachgemäßer Verwendung sicher.

la/dpa-afx
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