Bayer gewinnt erstmals Glyphosat-Prozess

Nach drei verlorenen Prozessen kann Bayer erstmals einen Fall im Glyphosat-Verfahren für sich entscheiden. Ein Gericht in Los Angeles urteilte, dass die Krebserkrankung eines Jungen nicht auf den Unkrautvernichter Glyphosat zurückgeht.
Bayer: Die Klagen in den USA wegen Glyphosat haben den Wert des Konzerns mehr als halbiert

Bayer: Die Klagen in den USA wegen Glyphosat haben den Wert des Konzerns mehr als halbiert

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Christoph Hardt / imago images/Future Image

Der seit Jahren mit milliardenteuren Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten ringende Bayer-Konzern hat in den Vereinigten Staaten erstmals einen Prozess um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters gewonnen. Die Geschworenen befanden am Dienstag in Los Angeles, dass die Erkrankung eines Jungen mit dem Non-Hodgkin-Lymphom nicht auf die Verwendung des glyphosathaltigen Pestizids Roundup zurückgeht. Damit gewinnt Bayer erstmals einen Rechtsstreit in den USA um das angeblich krebserregende Glyphosat.

"Wir haben großes Mitgefühl für Ezra Clark und seine Familie", hieß es in einer Mitteilung von Bayer. Der Konzern sieht sich durch das Urteil der Geschworenen aber gleichzeitig in seiner Auffassung bestätigt, dass Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung sicher ist. Dafür führt das Unternehmen immer wieder wissenschaftliche Studien an. "Das Urteil der Geschworenen zur Frage der Kausalität zu unseren Gunsten beendet das Gerichtsverfahren und entspricht sowohl der Einschätzung der zuständigen Regulierungsbehörden weltweit als auch den umfangreichen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus vier Jahrzehnten", erklärte Bayer. Ein Anwalt der Kläger erklärte, man prüfe eine Berufung.

Urteil vor dem Supreme Court steht bevor

Das Urteil ist das Vierte in einem Glyphosat-Prozess für Bayer. Bei den drei vorangegangenen Prozessen unterlag Bayer. Die wichtigste Verhandlung steht dem deutschen Konzern aber noch bevor. Bayer reichte vor dem Höchstgericht Antrag auf Revision des Falles Hardeman ein. Sollten die Richter ihn zur Entscheidung annehmen und später im Sinne von Bayer urteilen, hätte dies Signalwirkung. Bayer hofft, die Glyphosat-Streitigkeiten in diesem Fall beenden zu können.

Sollte das nicht der Fall sein, hat der Konzern schon vorgesorgt und bereits Rückstellungen in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar gebildet. Mit dem Geld würden die Leverkusener dann ein Programm finanzieren, um in den kommenden 15 Jahren mit neuen Klagen umzugehen. Zuvor hatte Bayer bereits rund als 11 Milliarden Dollar für ein Vergleichspaket zur Beilegung von US-Klagen zurückgestellt. Rund 96 000 Fälle sind bereits endgültig beigelegt worden.

Die teuren Rechtskonflikte rund um Roundup 2018 hat Bayer sich mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto ins Haus geholt. Die ersten Prozesse verlor Bayer noch im Sommer desselben Jahres. Seither befinden sich die Aktien des Konzerns in einem kontinuierlichen Abwärtstrend. Mit aktuell gut 46 Euro kosten sie derzeit nur etwa halb so viel wie damals. Kein Papier hat im Dax in dem Zeitraum mehr verloren.

fx/Reuters/dpa
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