Whistleblower-Klagen Bayer zahlt erneut Millionen für US-Vergleich

Bayer zahlt für einen Vergleich in den USA rund 40 Millionen Dollar. Eine ehemalige Mitarbeiterin hatte den Chemiekonzern beschuldigt, den Verkauf von Arzneimitteln durch verdeckte Provisionszahlungen angetrieben zu haben.
Angeblich falsche Angaben: Eine ehemalige Marketing-Mitarbeiterin hatte im Zusammenhang mit drei Medikamenten gegen Bayer geklagt

Angeblich falsche Angaben: Eine ehemalige Marketing-Mitarbeiterin hatte im Zusammenhang mit drei Medikamenten gegen Bayer geklagt

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer zahlt in den USA rund 40 Millionen Dollar (40,2 Mio Euro), um Klagen wegen angeblicher Provisionen und falscher Angaben im Zusammenhang mit den drei Medikamenten Trasylol, Avelox und Baycol beizulegen. Bayer habe dem Vergleich ohne Schuldeingeständnis zugestimmt, teilt das US-Justizministerium am Freitag (Ortszeit) in Washington mit.

Konkret geht es laut der Mitteilung um Whistleblower-Klagen einer ehemaligen Marketing-Mitarbeiterin. Sie beschuldigte Bayer, den Absatz von zwei Arzneimitteln durch verdeckte Provisionszahlungen ("Kickbacks") an Krankenhäuser und Ärzte angetrieben zu haben. Außerdem habe Bayer beim Verkauf falsche Angaben gemacht und bei einem dritten Medikament Sicherheitsrisiken heruntergespielt.

Bayer werde im Rahmen des Vergleichs 38,9 Millionen Dollar an die Vereinigten Staaten und 1,1 Millionen Dollar an 20 US-Bundesstaaten und Washington D. C. zahlen.

Der Chemiekonzern hatte in den vergangenen Jahren verstärkt mit Rechtsstreitigkeiten in den USA zu kämpfen. Hohe Rückstellungen, etwa für Vergleichszahlungen im Zusammenhang mit dem verbotene Umweltgift PCB des 2018 übernommenen US-Herstellers Monsanto, hatten Bayer im zweiten Quartal einen Verlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von knapp 300 Millionen Euro, teilte der Dax-Konzern mit.

dri/Reuters, dpa-afxp
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