Chemieriese reagiert auf Krieg BASF beendet Geschäfte in Russland und Belarus

Schon seit März startet BASF keine neuen Geschäfte mehr in Russland und Belarus, doch angesichts des anhaltenden Krieges in der Ukraine ist das dem Management offenbar nicht genug: Jetzt zieht sich der Chemieriese weitgehend aus beiden Ländern zurück.
Stammsitz in Ludwigshafen: Mit Russland und Belarus möchte BASF nur noch wenig zu tun haben

Stammsitz in Ludwigshafen: Mit Russland und Belarus möchte BASF nur noch wenig zu tun haben

Foto: Uwe Anspach / dpa

Der Chemiekonzern BASF stoppt wegen des Krieges in der Ukraine seine Aktivitäten in Russland und Belarus. Eine Ausnahme sei das Geschäft zur Unterstützung der Nahrungsmittelproduktion, teilte der Ludwigshafener Konzern am Mittwoch mit. Seit März schließt BASF bereits keine neuen Geschäfte mehr in den Ländern ab. Wegen der jüngsten Entwicklungen in dem Krieg und den von der EU verhängten Sanktionen gegen Russland habe der Konzern nun entschieden, auch die bestehenden Aktivitäten in Russland und Belarus bis Anfang Juli einzustellen.

Derzeit hat BASF 684 Beschäftigte in den beiden Ländern, diese sollen bis zum Jahresende weiter unterstützt werden. Die Geschäfte in Russland und Belarus machten im vergangenen Jahr rund ein Prozent des Konzernumsatzes aus, in der Ukraine waren es 0,2 Prozent.

Sehr viel abhängiger von Russland ist die Beteiligung Wintershall Dea, die dort 48 Prozent ihrer Produktion erzielt. An dem Öl- und Gaskonzern hält BASF noch 67 Prozent und will ihn trotz Differenzen mit dem Miteigentümer, der Investmentfirma Letter One des russischen Unternehmers Michail Fridman (58), an die Börse bringen, wie der Chemieriese zuletzt Ende Februar bekräftigt hatte.

Wintershall Dea hält an bestehenden Erdgas-Förderprojekten fest

Wintershall Dea will am Donnerstag Quartalszahlen veröffentlichen. Der Öl- und Gaskonzern hatte Anfang März angekündigt, alle neuen Projekte zur Öl- und Gas-Förderung in Russland zu stoppen, Zahlungen nach Russland wurden eingestellt. An den bestehenden Erdgas-Förderprojekten Juschno Russkoje und Achimov in Sibirien hält das Unternehmen bisher aber fest. Die Finanzierung der vor dem Aus stehenden Ostseepipeline Nord Stream 2 in Höhe von rund eine Milliarde Euro wurde abgeschrieben.

cr/Reuters