Hohe Mehrkosten BASF will die Preise deutlich erhöhen

Die Bilanz des Chemieriesen BASF fällt durchwachsen aus. Einer weiter starken Nachfrage stehen gestiegene Kosten unter anderem für Energie entgegen. Nun will Vorstandschef Martin Brudermüller die Preise erhöhen.
Martin Brudermüller: Der BASF-Chef erwartet für 2022 einen Ergebnisrückgang.

Martin Brudermüller: Der BASF-Chef erwartet für 2022 einen Ergebnisrückgang.

Foto: UWE ANSPACH / AFP

BASF hat das abgelaufene Geschäftsjahr trotz der gestiegenen Energiepreise mit einem deutlichen Ergebnisplus abgeschlossen. Im vierten Quartal stieg der bereinigte operative Gewinn (Ebit) um 10 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, teitle der Chemiekonzern am Freitag mit. Analysten hatten im Schnitt mit 1,35 Milliarden Euro mehr erwartet.

Der Umsatz kletterte um fast ein Viertel auf 19,7 Milliarden Euro. Für die europäischen BASF-Standorte beliefen sich die Mehrkosten durch die weiter gestiegenen Erdgaspreise allein im vierten Quartal auf 800 Millionen Euro, im Gesamtjahr lagen sie bei rund 1,5 Milliarden Euro. Vorstandschef Martin Brudermüller (60) kündigte für die kommenden Monate weitere signifikante Preiserhöhungen an, um sich gegen die stark gestiegenen Kosten zu stemmen.

"Wir werden in den kommenden Monaten weitere signifikante Preiserhöhungen umsetzen, um die deutlich gestiegenen Kosten weiterzugeben und unsere Margen in den Downstream-Geschäften wieder zu verbessern", kündigte Brudermüller an. Für die europäischen BASF-Standorte beliefen sich die Mehrkosten durch die weiter gestiegenen Erdgaspreise alleine im vierten Quartal auf 800 Millionen Euro, im Gesamtjahr lagen sie bei rund 1,5 Milliarden Euro.

Für 2022 rechnet BASF mit einem Umsatzrückgang auf 74 bis 77 Milliarden Euro, der bereinigte operative Gewinn dürfte auf 6,6 bis 7,2 Milliarden Euro sinken. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz dank gestiegener Nachfrage und höherer Preise um 33 Prozent auf 78,6 Milliarden Euro und das Ergebnis um 118 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro.

Leicht erhöhte Dividende

Der weltgrößte Chemiekonzern möchte etwas mehr Geld an die Aktionäre ausschütten. Der Vorstand plane, die Dividende auf 3,40 Euro je Aktie zu erhöhen, hieß es. Im Vorjahr hatte BASF 3,30 Euro je Anteilsschein gezahlt. Experten hatten im Schnitt mit etwa so viel gerechnet.

2021 betrug der auf die Aktionäre anfallende Gewinn 5,5 Milliarden Euro. Im ersten Corona-Jahr 2020 hatte BASF wegen milliardenschwerer Abschreibungen noch einen Verlust von gut einer Milliarde Euro ausgewiesen.

hr/Reuters, dpa
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