Dienstag, 17. September 2019

Zinsskandal Deutsche Bank lehnt Deal mit Ex-Händlern ab

Bankentürme in Frankfurt am Main: keine außergerichtliche Einigung

Im Streit um mögliche Manipulation an Libor und Euribor lehnt die Deutsche Bank eine außergerichtliche Einigung ab. Das Institut hatte vier Zinshändlern fristlos gekündigt.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen sperrt sich einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zufolge gegen eine außergerichtliche Einigung im Streit mit vier Zinshändlern. Dabei geht es um die fristlose Kündigung von vier Mitarbeitern wegen der möglichen Manipulation der Referenzzinsen Euribor und Libor.

Das Arbeitsgericht Frankfurt hatte die Kündigung im vergangenen Herbst für unverhältnismäßig und damit für unwirksam erklärt, weil die Bank durch ihre Organisation für einen Interessenkonflikt gesorgt habe. Dagegen legte die Bank Berufung ein.

Das Landesarbeitsgericht schlug dem Institut laut "Spiegel" zuletzt eine außergerichtliche Einigung vor, dies lehnte die Deutsche Bank demnach aber ab. Ein Sprecher der Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die vier Händler waren an der Festsetzung der Zinssätze Euribor oder Libor beteiligt. Die Bank wirft ihnen vor, sich per Chat und E-Mail verbotenerweise auch mit Derivatehändlern im eigenen Haus ausgetauscht zu haben. Der Libor gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen, der Euribor ist praktisch die Euro-Variante.

Die Zinssätze werden täglich von internationalen Großbanken gemeinsam festgelegt. Die EU-Kommission hatte im Dezember Strafen gegen mehrere Großbanken wegen der Manipulation von Zinssätzen verhängt.

ts/rtr

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung