Mögliche Verwicklung in Marihuana-Handel US-Justiz nimmt sich Wirecard vor

Wirecard entwickelt sich zunehmend zu einem globalen Kriminalfall. Jetzt untersucht auch die US-Justiz den einstigen deutschen Vorzeigekonzern.
Da wird jetzt genauer hingeschaut: Kameramann Anfang Juli vor der Wirecard-Zentrale in Aschheim nahe München.

Da wird jetzt genauer hingeschaut: Kameramann Anfang Juli vor der Wirecard-Zentrale in Aschheim nahe München.

Foto: ANDREAS GEBERT/ REUTERS

Der von einem Bilanzskandal erschütterte insolvente deutsche Zahlungsdienstleister Wirecard beschäftigt laut "Wall Street Journal" nun auch die US-Behörden. Das Justizministerium in Washington untersuche eine etwaige Verwicklung Wirecards in einen 100 Millionen Dollar schweren Fall von Bankbetrug im Zusammenhang mit einer Online-Handelsplattform für Marihuana, berichtete die Zeitung am Mittwoch  unter Berufung auf mit den Ermittlungen vertraute Personen.

In der Angelegenheit würden bereits zwei Geschäftsleute beschuldigt. Ihnen werde vorgeworfen, sich mit Zahlungsabwicklern und weiteren Parteien abgesprochen zu haben, um US-Banken zu täuschen. Diese sollten demnach dazu gebracht werden, Kreditkartenzahlungen für Marihuana-Produkte zu bestätigen. Es werde geprüft, ob Wirecard  dabei eine entscheidende Rolle gespielt habe, berichtete das Blatt.

Das Ministerium lehnte eine Stellungnahme ab. Zu dem Thema wolle man sich "zu diesem Zeitpunkt" nicht äußern, sagte ein Sprecher. Wirecard war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Das Unternehmen war nach Aufdeckung eines Bilanzlochs von 1,9 Milliarden Euro zusammengebrochen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Bilanzfälschung und Betrugs, unter anderem gegen den Ex-Chef Markus Braun sowie dessen engen Vertrauten Jan Marsalek. Marsalek ist weiterhin auf der Flucht.  

soc/Reuters
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