Wirecard-Skandal Philippinen wollen dubiose Wirecard-Partnerfirmen untersuchen

Wirecard: Philippinen wollen Partnerfirmen untersuchen

Wirecard: Philippinen wollen Partnerfirmen untersuchen

Foto: Christof STACHE / AFP

Die philippinische Anti-Geldwäsche-Behörde AMLC will im Fall Wirecard   möglichst rasch für Aufklärung sorgen. Man werde eine "schnelle und gründliche" Untersuchung starten, um weitere involvierte Gesellschaften und Personen zu finden, sagte Mel Georgie Racela vom AMLC am Montag zu Reuters. Genau ansehen werde sich die Behörde vor allem drei Unternehmen, die im Zusammenhang mit dem deutschen Zahlungsabwickler stünden - Centurion Online Payment International, PayEasy Solutions und ConePay International.

Von den Firmen war keine Stellungnahme zu erhalten. PayEasy antwortete nicht auf Emails, Telefone waren abgeschaltet. Die Telefonnummer von Centurion war außer Betrieb. Auch ConePay war für einen Kommentar nicht erreichbar, da Kontaktdaten auf der Internetseite fehlten und ein sonst in der Branche üblicher Jahresbericht bei der Regulierungsbehörde nicht verfügbar war. Der philippinische Zentralbankchef Benjamin Diokno, der der Geldwäschebehörde vorsteht, wollte sich nicht dazu äußern, welche Firmen und Personen noch untersucht würden.

Wirecad hatte vergangene Woche eingeräumt, dass ein bilanziertes Vermögen von 1,9 Milliarden Euro auf Treuhandkonten in Asien gar nicht existiert. Am Donnerstag beantragte der Dax-Konzern Insolvenz. Die philippinische Zentralbank hatte erklärt, dass kein Geld von Wirecard in das Finanzsystem des Landes gelangt sei.

Der von Wirecard offenbar als Treuhänder eingesetzte philippinische Anwalt Mark Tolentino wies eine Verantwortung für die Pleite von Wirecard von sich. Er habe sechs Bankkonten für eine in Singapur ansässige Firma eröffnet, aber bis zum Bekanntwerden des Skandals nicht gewusst, dass sie für Wirecard waren, sagte er in einem Telefoninterview mit Reuters. Auf den Konten sei nie mehr als ein paar hundert Euro gewesen. "Jeder zeigt mit dem Finger auf mich, und stellt mich als Dieb des fehlenden Geldes dar", sagte er. "Ich möchte meinen Namen reinwaschen. Ich bin ein Opfer von Identitätsdiebstahl und gefälschten Nachrichten."

Als einer der Drahtzieher hinter den Geschäften wird auch der Ex-Vorstand von Wirecard, Jan Marsalek vermutet. Die Philippinen nehmen an, dass der ehemalige Vertraute von Ex-Wirecard-Chef Markus Braun sich mittlerweile in China befindet. In der vergangenen Woche hieß es, der mittlerweile per Haftbefehl gesuchte Marsalek sei in die Philippinen eingereist und wenige Tage nach China weitergereist. Am Montag berichtete die "Süddeutsche Zeitung", Marsalek wolle sich nicht stellen, nachdem zuvor anders lautende Meldungen verbreitet worden waren. Braun hatte sich hingegen der Polizei gestellt und war gegen Zahlung einer Kaution wieder auf freien Fuß gelassen worden.

akn/ Reuters/dpa
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