Wegen Wirecard-Skandal Aufsicht der Wirtschaftsprüfer ermittelt gegen EY

Der Wirtschaftsprüfungsfirma EY drohen Konsequenzen im Wirecard-Skandal. Die Aufsichtsbehörde Apas untersucht die Prüfung aller Wirecard-Abschlüsse seit 2015.
EY-Gebäude in Berlin

EY-Gebäude in Berlin

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HAYOUNG JEON/EPA-EFE/Shutterstock

Die beim Bundeswirtschaftsministerium angesiedelte Wirtschaftsprüfer-Aufsicht Apas ermittelt im Wirecard-Bilanzskandal gegen EY. "Wir können bestätigen, dass derzeit ein Prüfverfahren bei der Apas läuft", teilte das Ministerium am Montag mit. Zuerst hatte das "Handelsblatt"  darüber berichtet. Die Zeitung zitierte dabei aus einem vertraulichen Bericht des Ministeriums.

Insidern zufolge hat das CDU-geführte Ministerium den Bericht Ende vergangener Woche an den Wirtschaftsausschuss des Bundestages übermittelt. Im Wirecard-Fall seien im Oktober 2019 nach Berichten der Zeitung "Financial Times" Vorermittlungen zu Unregelmäßigkeiten in der Bilanzierung eingeleitet worden, so das Ministerium. Im Mai 2020 seien diese dann nach der Sonderprüfung von KPMG in ein förmliches Berufsaufsichtsverfahren überführt worden. Dieses dauere noch an. Laut "Handelsblatt" untersucht die Apas sämtliche Jahres- und Konzernabschlussprüfungen von Wirecard ab 2015 durch EY "auf die Einhaltung der gesetzlichen und berufsrechtlichen Vorgaben".

In der Wirecard-Bilanz fehlen 1,9 Milliarden Euro, weswegen der Zahlungsabwickler Insolvenz anmelden musste. Es ist einer der größten Skandale in der Finanzbranche überhaupt. EY hat über Jahre die Bilanzen von Wirecard geprüft. Das Testat für den Jahresabschluss 2019 wurde erst in letzter Minute am 18. Juni verweigert.

"Wir unterstützen alle behördlichen Untersuchungen im Fall Wirecard und arbeiten mit allen zuständigen Behörden und Aufsichtsstellen vollumfänglich zusammen", sagte ein EY-Sprecher. "Auch uns ist daran gelegen, dass die Vorgänge umfassend, rückhaltlos und rasch aufgeklärt werden." EY habe im Rahmen der Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2019 Fälschungen entdeckt. "Dies wurde den zuständigen Behörden sowie dem Unternehmen und seinem Aufsichtsrat mitgeteilt." Es gebe deutliche Hinweise, dass es sich um einen umfassenden Betrug handele, an dem mehrere Parteien rund um die Welt und in verschiedenen Institutionen mit gezielter Täuschungsabsicht beteiligt gewesen seien.

ak/Reuters
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