Folgen der Pleite Santander übernimmt Kerngeschäft von Wirecard

Insolvenzverwalter Michael Jaffé präsentiert eine Lösung für den Großteil des verbliebenen Rests von Wirecard. Die spanische Bank Santander übernimmt die Technologieplattform in Europa.
Wirecard-Zentrale in Aschheim (Landkreis München)

Wirecard-Zentrale in Aschheim (Landkreis München)

Foto: Tobias Hase/ dpa

Das europäische Kerngeschäft des Zahlungsdienstleisters Wirecard ist nach Angaben von Insolvenzverwalter Michael Jaffé (57) an die spanische Großbank Santander verkauft worden. Banco Santander werde die Technologieplattform in Europa sowie alle dafür notwendigen Vermögenswerte übernehmen, erklärte Jaffé am Montagabend.

Gleichzeitig werde der Großteil aller verbliebenen Wirecard-Mitarbeiter im Geschäftsbereich Acquiring & Issuing Teil des globalen Händlerserviceteams von Santander. Dies gelte auch für die Mehrzahl der Mitarbeiter der Wirecard Bank AG, die nach dem Verkauf geordnet heruntergefahren werden soll.

Jaffé hatte unlängst angekündigt, er wolle, dass möglichst viele der restlichen knapp 600 Mitarbeiter bleiben könnten. Am Montag erklärte der Insolvenzverwalter, es sei eine bestmögliche Lösung für die Mitarbeiter und die Gläubiger gefunden worden. Eine Entscheidung war in diesen Tagen erwartet worden, da für Mittwoch die erste Gläubigerversammlung bei Wirecard angesetzt ist.

Dort dürfte Jaffé Ergebnisse präsentieren wollen. Für ihn geht es darum, durch Verkäufe so viel Geld wie möglich einzunehmen, um die Gläubiger wenigstens zum Teil für ihre milliardenschweren Verluste zu entschädigen. Die Töchter in Brasilien, Rumänien und den USA sind bereits verkauft.

Zuletzt war neben Santander auch der britische Telekomanbieter Lycamobile als Interessent gehandelt worden. Die nun mit Santander vereinbarte Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung und bestimmter anderer Bedingungen. Sie werde voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen, erklärte Jaffé. Da auch die Wirecard Bank Teil des zum Verkauf stehenden Pakets ist, hat auch die Finanzaufsicht Bafin ein Wort mitzureden. 

ak/reuters