Krimi um Schlüsselfigur Beamte fälschten Papiere von Ex-Vorstand Marsalek

Jan Marsalek ist eine Schlüsselfigur im Wirecard-Skandal. Um seine Flucht zu erleichtern, fälschten philippinische Beamte Dokumente.
Gut verkleidet: Jan Marsalek.

Gut verkleidet: Jan Marsalek.

Foto: Leopold Fiala

Philippinische Einwanderungsbeamte haben Daten gefälscht, um die Einreise des ehemaligen Wirecard-Vorstands Jan Marsalek (40) vorzutäuschen. Gegen die Beamten werde nun ermittelt, erklärte der philippinische Justizminister Menardo Guevarra am Samstag.

Damit wird das Schicksal Marsaleks zunehmend zu einem internationalen Kriminalfall. Der Österreicher ist ein enger Vertrauter des Ex-Vorstandschefs Markus Braun und eine Schlüsselfigur in dem Bilanzskandal des Dax-Konzerns. Marsalek war bei Wirecard  für das operative Tagesgeschäft zuständig. Das Unternehmen hatte eingestanden, dass in der Jahresbilanz 1,9 Milliarden Euro fehlen und das Geld bei zwei philippinischen Banken vermutlich gar nicht existiert. Der Börsenkurs des Dax-Konzerns stürzte ab, das Unternehmen meldete Insolvenz an. Braun hat sich inzwischen der Justiz gestellt, von Marsalek fehlt aber weiterhin jede Spur. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Braun, Marsalek und andere wegen Verdachts unrichtiger Angaben und Marktmanipulation.

Laut der Datenbank der philippinischen Einwanderungsbehörde war Marsalek einen Tag nach seiner Entlassung am 23. Juni auf die Philippinen eingereist und hatte das Land am 24. Juni Richtung China wieder verlassen. Aus Aufnahmen von Überwachungskameras, Verzeichnissen von Fluggesellschaften und anderen Unterlagen gehe jedoch hervor, dass Marsalek an diesen Tagen gar nicht im Land war, erklärte Guevarra.

"Die Beamten der Einwanderungsbehörde, die diese fiktiven Einträge vorgenommen haben, wurden von ihren Aufgaben entbunden und müssen nun mit verwaltungsrechtlichen Strafen rechnen", sagte Guevarra weiter, ohne die genaue Zahl der Mitarbeiter zu nennen. Er habe weitere Ermittlungen in dem Fall angeordnet.

soc/dpa/afp

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