Deutscher Geschäftsmann auf Philippinen Wirecard-Partner in Manila starb eines natürlichen Todes

Mit der Meldung vom Tod eines zwielichtigen Wirecard-Partners auf den Philippinen rückte der milliardenschwere Bilanzskandal in eine neue Dimension vor. Nun hat die philippinische Justizbehörde vermeldet, dass der deutsche Geschäftsmann eines natürlichen Todes gestorben ist.

Skyline von Manila: Der deutsche Manager ist in einem Krankenhaus in der philippinischen Metropole gestorben

Skyline von Manila: Der deutsche Manager ist in einem Krankenhaus in der philippinischen Metropole gestorben

Foto: NICKY LOH/ REUTERS

Der frühere Wirecard-Manager Christopher Bauer ist nach Angaben der philippinischen Justizbehörde eines natürlichen Todes gestorben. Der Mann, gegen den im Zusammenhang mit dem milliardenschweren Betrugsfall bei dem Zahlungsabwickler ermittelt wurde, sei am 27. Juli in einem Krankenhaus in Manila verstorben, erklärte Justizminister Menardo Guevarra (66) am Donnerstag. Es gebe keine Hinweise auf Fremdeinwirkung. Der 44-Jährige habe eine Vorerkrankung gehabt.

Bauer war einer der wichtigsten Kontaktleute des flüchtigen Ex-Vorstands Jan Marsalek (40), der im Juni eine Reise über die Philippinen vorgetäuscht hatte und inzwischen per Fahndungsfoto vom Bundeskriminalamt gesucht wird. Am Wochenende wurde bekannt, dass der deutsche Manager auf den Philippinen gestorben ist. Unklar war zu dem Zeitpunkt, unter welchen Umständen er zu Tode gekommen war.

Wirecard hatte im Juni Insolvenz angemeldet, nachdem Prüfer 1,9 Milliarden Euro, die in der Bilanz verbucht waren und auf philippinischen Treuhandkonten liegen sollten, nicht auffinden konnten. Der frühere Chef Markus Braun (51) sowie der frühere Finanzvorstand Burkhard Ley (61) und andere Manager sitzen inzwischen in Haft, Ex-Asien-Chef Marsalek ist auf der Flucht. Den Managern wird unter anderem Untreue und gewerbsmäßiger Bandenbetrug vorgeworfen. Sie sollen den Umsatz durch Scheingeschäfte aufgebläht haben, um so das Unternehmen finanzkräftiger und für Investoren und Kunden attraktiver darzustellen.

Bauer hatte 2007 auf den Philippinen die erste asiatische Niederlassung von Wirecard gegründet. Später arbeitete er offiziell nicht mehr für den Konzern, aber in umso wichtigerer Position für Wirecards Aufstieg zum Dax-Riesen. Gemeinsam mit seiner Frau führte er zwei Partnerfirmen, die als so genannte Third Party Acquirers für einen Großteil des von Wirecard verbuchten Geschäfts sorgten.

mg/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.