Montag, 17. Juni 2019

Aktie bricht erneut ein Polizei durchsucht Wirecard-Büros in Singapur

Wirecard: Polizei durchsucht Büros in Singapur

Die Behörden in Singapur haben angesichts der Vorwürfe gegen den Zahlungsabwickler Wirecard Börsen-Chart zeigen Büroräume des Unternehmens in dem Stadtstaat durchsucht. Ein Polizeisprecher in Singapur hatte bereits am Montag gesagt, dass die Behörde sich den Fall ansehe.

Wirecard bestätigte in einer Mitteilung am Freitag ein Zusammentreffen mit Ermittlern in der Unternehmenszentrale in Singapur. Zuvor hatte die "Financial Times" darüber berichtet. Laut Wirecard ist das Unternehmen bereits am Donnerstag auf die Behörden zugegangen.

Eine behördliche Untersuchung sei nach derart negativer Medienberichterstattung ein normaler Prozess, so das Dax-Unternehmen. Die Wirecard-Aktie fiel am Freitagmittag erneut kräftig und lag zeitweise über 13 Prozent im Minus.

Informationen über "verleumderische Vorwürfe" übergeben

Die interne Untersuchung von Vorwürfen rund um Bilanzunregelmäßigkeiten werde weitergeführt und die Ergebnisse öffentlich gemacht, teilte Wirecard mit. Das Unternehmen habe seine vollständige Kooperation mit den Behörden zugesagt.

Am Freitag habe das Unternehmen Ermittlern in Singapur Informationen über "verleumderische Vorwürfe" in den Berichten der "Financial Times" übergeben. Die Beschuldigungen gegen Mitarbeiter des Unternehmens seien unbegründet, wiederholte Wirecard in seiner Mitteilung. Man arbeite eng mit der Polizei zusammen. Zudem kündigte das Unternehmen juristische Schritte gegen die "Financial Times" an.


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Wirecard hatte am Montag bestätigt, dass es eine Untersuchung rund um interne Hinweise eines Mitarbeiters in Singapur gebe. Diese sei aber im Wesentlichen abgeschlossen. Das formale Ende stehe kurz bevor, schlüssige Feststellungen hinsichtlich eines Fehlverhaltens rund um Buchungen in Singapur hätten sich weder durch eine interne Untersuchung der zuständigen Abteilung noch durch die externe Prüfung einer beauftragten Rechtsanwaltskanzlei ergeben.

Staatsanwaltschaft München: Kein Grund für Ermittlungen

"Wir haben alles aufgearbeitet. Es gibt keinerlei Risiko. Wir mussten in der Buchhaltung keinerlei Korrekturen oder Anpassungen vornehmen", hatte Vorstandschef Markus Braun zu Wochenbeginn noch dem "Handelsblatt" gesagt.

Die Staatsanwaltschaft in München sieht derweil weiterhin keinen Grund für Ermittlungen gegen den Zahlungsabwickler Wirecard. "Wir sehen derzeit keinen ausreichenden Anfangsverdacht, um ein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der Wirecard AG einzuleiten", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I am Freitag. Man wisse von der Durchsuchung in Singapur, aber das habe nichts an der Einschätzung der Münchener Behörde geändert, so die Sprecherin.

dpa-afx/rtr/akn

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