Sonntag, 16. Juni 2019

Staatsbanken in Steueroasen Wie Landesbanken vor dem deutschen Steuerstaat flüchten

3. Teil: HSH Nordbank

HSH Nordbank in Kiel - die skandalträchtige Bank nennt gleich acht Steueroasen, in denen sie Gesellschaften unterhält
Aus dem aktuellen Geschäftsbericht der skandalträchtigen HSH Nordbank geht etwa hervor, dass das Geldhaus in acht verschiedenen Steueroasen Gesellschaften betreibt: Luxemburg (19 Gesellschaften), Cayman Islands (3), Irland (5), Singapur (1), Guernsey (1), Bermudas (1), Hongkong (1), Jersey (1). Laut Geschäftsbericht handelt es sich hierbei um Kreditinstitute, Finanzinstitute und "Sonstige Unternehmen". Bei der HSH-Beteiligung HSH N Residual Value Ltd. mit Sitz in Hamilton auf den Bermudas handelt es sich um ein "Versicherungsunternehmen".

Deutlich weniger Beteiligungen in Steueroasen als die anderen Landesbanken hat die Helaba. Sie führt in ihrem aktuellen Geschäftsbericht vier Beteiligungen in Irland auf, vier in Delaware, zwei Finanzinstitute in St. Helier auf Jersey, ein Kreditinstitut und eine Kapitalanlagegesellschaft in Zürich und eine Niederlassung auf den Cayman Islands.

Die NordLB kann auf drei Beteiligungen in Luxemburg, eine Niederlassung in Singapur und ebenfalls auf eine Gesellschaft mit Sitz in Delaware, die Hannover Funding Company LLC, verweisen. Bei der NordLB erklärt man auf Anfrage, die Firma Hannover Funding LLC sei "eine Zweckgesellschaft, die primär Forderungen von Unternehmenskunden aufkauft und diese Transaktionen durch die Ausgabe von Commercial Papers (kurzfristige Geldmarktpapiere) in den USA finanziert". Die NordLB, so ein Sprecher, nutze "keinen ihrer Beteiligungsgesellschaften zum Zweck der Steuerersparnis oder Steuervermeidung".

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung