Rekordbelohnung 200 Millionen US-Dollar für Whistleblower der Deutschen Bank

Die US-Aufsichtsbehörde CFTC zahlt Berichten zufolge einem Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank eine Rekordbelohnung von fast 200 Millionen Dollar für die Aufdeckung eines Skandals um manipulierte Zinssätze. Es ist die bislang größte Zahlung im Zuge von US-Whistleblower-Programmen.

CFTC in Washington, D.C.: Die Regulierungsbehörde zahlt eine Whistleblower-Auszeichnung in Rekordhöhe von fast 200 Millionen US-Dollar

CFTC in Washington, D.C.: Die Regulierungsbehörde zahlt eine Whistleblower-Auszeichnung in Rekordhöhe von fast 200 Millionen US-Dollar

Foto: ANDREW KELLY / REUTERS

Die US-Regulierungsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zahlt einem Whistleblower eine Rekordprämie von fast 200 Millionen US-Dollar für die Aufdeckung eines Skandals um manipulierte Zinssätze. Der Empfänger soll ein ehemaliger Mitarbeiter der Deutschen Bank sein, wie mit der Angelegenheit vertraute Quellen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Zuvor hatten die "Financial Times"  und das "Wall Street Journal"  (WSJ) darüber berichtet.

Die CFTC, die für die Kontrolle der Derivatemärkte zuständig ist, kündigte die Belohnung in einer Mitteilung an, nannte aber keine näheren Details. Der Mitteilung zufolge soll die Belohnung "fast 200 Millionen US-Dollar" betragen. Die "spezifischen, glaubwürdigen und zeitnahen Originalinformationen" des Whistleblowers hätten wesentlich zum Erfolg von Untersuchungen beigetragen. Den Berichten zufolge habe der Whistleblower ehemals für die Deutsche Bank gearbeitet. Das Geldhaus lehnte am Freitag eine Stellungnahme zu den Informationen ab.

Die Insider-Informationen sollen US- und britische Aufsichtsbehörden bei der Untersuchung der Manipulation globaler Zinsbenchmarks durch die Deutsche Bank unterstützt haben, berichteten "FT" und "WSJ". Mit der Hilfe des Whistleblowers seien laut CFTC Geldstrafen in Höhe von insgesamt mehr als drei Milliarden US-Dollar verhängt worden.

Manipulation des Referenzzinssatzes kostete Banken Milliarden

In den letzten Jahren hatten Behörden weltweit Geldbußen in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar verhängt und Banken sowie Händler angeklagt, weil sie sich illegal abgesprochen hatten, um globale Finanz-Benchmarks zu manipulieren – vor allem den Referenzzinssatz Libor. Allein die Deutsche Bank zahlte dafür 2,5 Milliarden Dollar.

Die Anwaltskanzlei Kirby McInerney LLP erklärte, ihr Mandant habe die Rekordprämie erhalten, nachdem er 2012 umfassende Informationen und Dokumente bereitgestellt hatte, die Untersuchungen der CFTC und einer ausländischen Regulierungsbehörde zur Manipulation wichtiger finanzieller Benchmarks unterstützt hatten. Den Namen der Person nannte sie nicht.

"Die Höhe des Whistleblower-Preises mag schockierend erscheinen, aber das liegt daran, dass die Fähigkeit, zu manipulieren und riesige Gewinne zu erzielen, schockierend ist", sagte David Kovel, der Anwalt des Whistleblowers.

Erst im Juli hatte US-Präsident Joe Biden einen Gesetzentwurf zur weiteren Finanzierung des Whistleblower-Programms der CFTC unterzeichnet. Seit ihrer ersten Auszeichnung im Jahr 2014 hat die CFTC mehr als 300 Millionen US-Dollar an Whistleblower vergeben, die zwischen 10 und 30 Prozent der eingenommenen Geldstrafen erhalten sollen, schreibt die "FT".

cs/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.