Donnerstag, 14. November 2019

Großbanken Wall-Street-Schecks werden fetter

Finanzzentrum von Manhattan: Ist Gier wieder gut?
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Finanzzentrum von Manhattan: Ist Gier wieder gut?

Für viele Banker an der Wall Street sind die guten Zeiten wieder zurück. Die sechs größten Banken haben ihre Durchschnittsgehälter in fünf Jahren fast um die Hälfte erhöht. Manche zahlen sogar deutlich mehr als vor der Krise. Es sind nicht die üblichen Verdächtigen wie Goldman Sachs.

New York - "Pay is back", meldet das digitale Magazin "Quartz". Im vergangenen Jahr sei das durchschnittliche Gehalt in den sechs größten US-Banken auf 135.000 Dollar gestiegen, 45 Prozent mehr als im schlimmsten Krisenjahr 2008. Gegenüber dem Rekordjahr 2007 sind die Gehälter zwar um 43 Prozent rückläufig, doch selbst da haben manche Banken Boden gutgemacht.

Das Magazin verweist zugleich darauf, dass die Finanzkonzerne in dieser Zeit Zehntausende Stellen gestrichen haben. Die Belegschaft sei seit 2008 um 5 Prozent geschrumpft. Auf dem Höhepunkt der Krise verschwanden mehrere Wettbewerber wie Bear Stearns, Countrywide, Lehman Brothers, Merrill Lynch oder Washington Mutual vom Markt oder wurden von den Konkurrenten geschluckt.

Da es sich um Durchschnittswerte handelt, verraten die Zahlen nicht, wie die Bezahlung zwischen verschiedenen Gehaltsgruppen verteilt wird. Als Topverdiener ist Wells-Fargo-Chef John Stumpf bekannt, der 2012 eine Vergütung von 22,9 Millionen Dollar einstrich.

Offenbar schwinden die Unterschiede zwischen den verschiedenen Instituten. Die reinen Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley zahlen nach wie vor deutlich mehr als die Universalbanken, die neben ihren Handelssälen an der Wall Street auch noch große Filialnetze unterhalten. Doch deren Durchschnittsgehälter sind in einigen Fällen sogar deutlich höher als vor der Krise, während die Goldman-Banker so wenig verdienen wie noch nie seit dem Börsengang des Brokerhauses.

Im Netz kursieren Berichte, dass viele Wall-Street-Banker auch wieder zur Attitüde der Vorkrisenzeit zurückkehren. So sei der "Wolf of Wall Street" in einem Kino neben dem Goldman-Sachs-Gebäude bejubelt worden.

ak

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