Samstag, 24. August 2019

Commerzbank korrigiert Bilanz Milliardenstrafe halbiert Vorjahresgewinn

Coba-Chef Blessing: "Mit dieser Einigung schließen wir einen für alle Beteiligten langwierigen und komplizierten Prozess ab"

Die Commerzbank Börsen-Chart zeigen muss wegen einer Einigung in diversen US-Rechtsstreitigkeiten ihren Jahresabschluss 2014 kräftig nach unten korrigieren. Weil die Zahlungen von insgesamt 1,45 Milliarden Dollar nicht vollständig von Rückstellungen abgedeckt sind, wird für das vierte Quartal eine zusätzliche Einmalbelastung in Höhe von 338 Millionen Euro fällig. Dies teilte das Institut am Donnerstagabend in Frankfurt mit.

Das Konzernergebnis 2014 verringert sich damit auf nur noch 264 Millionen Euro. Ursprünglich hatte das Geldhaus einen Überschuss von 602 (Vorjahr: 81) Millionen Euro bekanntgegeben. Die Commerzbank hatte aber im Februar auch schon gewarnt, dass ein Vergleich in den USA das Ergebnis noch einmal belasten könnte. Die Aktie reagierte kaum auf die Neuigkeiten.

Bei den Verfahren handelt es sich unter anderem um Verstöße gegen US-Handelssanktionen bei Geschäften mit Staaten wie dem Iran und dem Sudan. Zudem werfen die US-Behörden dem Institut zu laxe Vorkehrungen gegen Geldwäsche sowie Verwicklungen in den Bilanzskandal des japanischen Unternehmens Olympus im Jahr 2011 vor.

Die Zahlungen verteilen sich in verschiedenen Teilbeträgen auf die Fälle. "Insgesamt wird die Commerzbank 1,45 Milliarden Dollar an Strafen zahlen", teilte das Justizministerium mit.

"Mit dieser Einigung schließen wir einen für alle Beteiligten langwierigen und komplizierten Prozess ab", sagte Commerzbank-Vorstandschef Martin Blessing laut Mitteilung seines Hauses. "Wir werden uns jetzt darauf konzentrieren, die von den US-Behörden und den Behörden in New York identifizierten Mängel zu beseitigen", versicherte er. "Als international tätige Geschäftsbank haben wir ein klares Interesse daran, weltweit überall dort, wo wir tätig sind, die höchsten Branchenstandards einzuhalten."

ts/dpa-afx

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