Citigroup, Bank of America und Co US-Banken lassen Krise mit Milliardengewinnen hinter sich

Am Dienstag bereits JP Morgan und Goldman Sachs, heute Citigroup, Bank of America und Wells Fargo: Die US-Banken haken die Krise ab und schöpfen wieder aus dem Vollen.
"Tempo der weltweiten Erholung übertrifft unsere Erwartungen": Citigroup-Chefin Jane Fraser macht wieder gute Geschäfte

"Tempo der weltweiten Erholung übertrifft unsere Erwartungen": Citigroup-Chefin Jane Fraser macht wieder gute Geschäfte

Foto: Erin Scott / REUTERS

Der US-Finanzriese Citigroup hat im zweiten Quartal wegen stark gesunkener Kapitalpuffer für ausfallbedrohte Kredite wieder deutlich besser verdient. Im Vierteljahr bis Ende Juni schrieb die Bank unterm Strich einen Gewinn von 6,2 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro), wie sie am Mittwoch in New York mitteilte.

Damit schnitt die Citigroup besser als von Experten erwartet ab. Die Aktie startete mit deutlichen Kursaufschlägen von knapp 3 Prozent in den US-Handel, drehte aber ins Minus und verlor zuletzt 0,5 Prozent. "Das Tempo der weltweiten wirtschaftlichen Erholung übertrifft unsere Erwartungen", sagte Citi-Vorstandschefin Jane Fraser. Das Geschäftsklima und das Verbrauchervertrauen seien im Aufschwung.

Vor einem Jahr, als die Pandemie die Weltwirtschaft fest im Griff hatte, hatte sich die Bankenbranche noch für das Schlimmste gewappnet. Hohe Rückstellungen wegen einer befürchteten Welle an Kreditausfällen in der Corona-Krise ließen das Quartalsergebnis der Citigroup damals auf 1,1 Milliarden Dollar einbrechen.

Doch ein anhaltender Konjunkturabsturz konnte dank enormer Staatshilfen abgewendet werden. Inzwischen sind die Aussichten schon wieder viel besser. Die Citigroup konnte ihre Risikovorsorge verringern und löste im jüngsten Quartal Rückstellungen von 2,4 Milliarden Dollar auf. Von diesem Effekt profitierte die Bilanz.

Am Dienstag hatten bereit JP Morgan und Goldman Sachs ihre Quartalsergebnisse vorgelegt. Auch diese beiden Wall-Street-Größen meldeten florierende Geschäfte und Gewinnsprünge.

Am Mittwoch gab zudem die Bank of America einen kräftigen Gewinnanstieg bekannt. Der Überschuss fiel mit 9,2 Milliarden Dollar (7,8 Milliarden Euro) mehr als zweieinhalb Mal so hoch aus wie ein Jahr zuvor, wie der Finanzkonzern mitteilte. Hier ließ neben dem Abbau der Risikovorsorge auch ein positiver Steuereffekt das Ergebnis kräftig steigen. Die Erträge sanken hingegen um 4 Prozent auf 21,5 Milliarden Dollar. Die Aktie gab zuletzt um 4,7 Prozent nach.

Der US-Kreditriese Wells Fargo verdiente in den drei Monaten bis Ende Juni nach eigenen Angaben 6,0 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro). Vor einem Jahr hatten hohe Rückstellungen für drohende Kreditausfälle in der Corona-Pandemie noch einen Verlust von 3,8 Milliarden Dollar verursacht. Nun löste auch Wells Fargo einen wesentlichen Teil davon wieder auf, was das Quartalsergebnis kräftig steigen ließ. Die Aktie gab in New York um rund 0,4 Prozent nach.

cr/dpa-afx
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