Big Business Spitzenfußball US-Bank JP Morgan finanziert umstrittene "Super League" mit Milliarden

Mit ihren Plänen, eine eigene "Super-Liga" gründen zu wollen, haben zwölf europäische Top-Fußballclubs viel Kritik geerntet. Allerdings nicht an der Wall Street: Die US-Bank JP Morgan finanziert das Projekt offenbar mit Milliarden.
"Super League" statt "Champions League": Spitzenclubs wie der FC Liverpool oder AC Mailand wollen künftig lieber unter sich sein

"Super League" statt "Champions League": Spitzenclubs wie der FC Liverpool oder AC Mailand wollen künftig lieber unter sich sein

Foto: A3644 epa ANA Athinagoras Mykoniatis/ dpa

Die umstrittene Fußball-"Super League", deren Gründung zwölf Topclubs aus Europa heute bekannt gegeben haben, erhält finanzielle Unterstützung von der Wall Street: Mit JP Morgan Chase engagiert sich die führende US-Großbank mit einer Milliardenfinanzierung in dem Vorhaben, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet . Demnach beabsichtigt JP Morgan, ein Investment von bis zu vier Milliarden Euro in die "Super League" zu finanzieren. Das Geld werde zunächst von der Bank kommen, könne jedoch später bei Investoren refinanziert werden, berichtet Bloomberg mit Verweis auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien.

Hintergrund: Zwölf Topclubs des europäischen Fußballs haben angekündigt, zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine europäische Superliga gründen zu wollen. Das teilten die Clubs, darunter der englische Meister FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp (53), in der Nacht zum Montag mit. Deutsche Vereine haben sich dem Bündnis bislang nicht angeschlossen.

Stattdessen stieß das Vorhaben hierzulande vornehmlich auf Kritik. Führende Vertreter der Spitzenvereine aus der 1. und 2. Liga und auch frühere Nationalspieler haben sich geschlossen gegen die von zwölf Topclubs aus Spanien, Italien und England geplante europäische Super League gestellt. Gemeinsamer Tenor der Clubvertreter für die kategorische Ablehnung: Eine Super-Liga würde die Champions League, den wichtigsten UEFA-Wettbewerb, beschädigen und wohl auch entwerten.

"Das wäre nicht gut für den Fußball", sagte Trainer Hansi Flick (56) von Rekordmeister FC Bayern München zu dem Vorhaben. "Es ist zynisch und heuchlerisch zu behaupten, dies sei ein Schritt zum Wohle des Fußballs, der den Wünschen der Fußballfans entspreche, wie dies die Betreiber dieser Liga nun tun", meinten Borussia Mönchengladbachs Geschäftsführer Max Eberl (47) und Stephan Schippers in einem gemeinsamen Schreiben. Sie sprachen von einem "Angriff auf die Clubwettbewerbe der UEFA, aber auch im Speziellen auf die nationalen Ligen."

Laut BVB-Vorstandsboss Hans-Joachim Watzke (61) war es die "klare Meinung" in der Chefetage der europäischen Klubvereinigung ECA, "dass man die Pläne zur Gründung einer Super League ablehnt". Watzke betonte, dies gelte auch für den Rekordmeister aus München. Beide Großklubs hätten "in allen Gesprächen zu 100 Prozent deckungsgleiche Auffassungen vertreten".

Ähnlich reagierte Vorstandschef Oliver Mintzlaff (45) von RB Leipzig auf den Vorstoß des Zwölferbündnisses. "Wir sind Verfechter des sportlichen Wettbewerbs." Und der sehe im Profifußball vor, "dass man in der nationalen Liga darum kämpft, einen Tabellenplatz zu erzielen, der zur Teilnahme am internationalen Wettbewerb berechtigt."

Die Ankündigung der Liga, die in der von ihren Gründungsclubs verbreiteten Mitteilung zunächst sowohl "European Super League" und "Super League" genannt wurde, kam damit unmittelbar vor der Exekutivsitzung der Europäischen Fußball-Union am Montag. Dort beschloss die UEFA die Aufstockung der Königsklasse (Champions League") von 32 auf 36 Teilnehmer und die Einführung eines neuen Modus beschließen. Dieser soll von der Saison 2024/25 an gelten.

Doch die europäischen Top-Clubs haben andere Pläne. Neben Liverpool gehören die weiteren Premier-League-Vereine Manchester City, Manchester United, FC Arsenal, FC Chelsea und Tottenham Hotspur sowie die spanischen Spitzenvereine Real Madrid, FC Barcelona und Atletico Madrid sowie das italienische Trio Juventus Turin, AC und Inter Mailand der Vereinigung an. Drei weitere Vereine sollen noch hinzustoßen. Die Teams kündigten Gespräche mit der UEFA und dem Weltverband FIFA an.

cr/Reuters, DPA, SID