Mittwoch, 22. Mai 2019

Mustiers möglicher Milliardendeal Unicredit prüft Fusion mit französischer Großbank SocGen

Unicredit: Bankchef Jean Pierre Mustier kennt den französischen Rivalen gut

2. Teil: Deutsche Bank kämpft mit Vertrauensverlust

Passend dazu musste Bankchef John Cryan im April übereilt das Haus verlassen und sein Nachfolger Christian Sewing kämpft mit einem massiven Vertrauensverlust der Investoren und einer Reihe schlechter Nachrichten. So sah er sich am Freitag vergangener Woche dazu genötigt, die Stärke der Finanzen seines Hauses zu betonen. Die Bank ist nach einem Kursrutsch der vergangenen Wochen an der Börse gerade mal noch rund 19 Milliarden Euro wert. Da der Commerzbank-Kurs in den vergangenen Wochen ebenfalls deutlich nachgegeben hat, kommt diese auf gerade mal etwas mehr als elf Milliarden Euro.

Beide Häuser sind also zusammen gerade mal so viel wert wie die Unicredit oder SocGen alleine. Dies zeigt sinnbildlich, dass ein Zusammenschluss der beiden Häuser die Probleme nicht löst und schon gar kein europäischer Champion entstehen würde. In Deutschland ist die Lage für die beiden börsennotierten Geschäftsbanken noch mal schwieriger als in den meisten anderen Ländern, da der Privatkundenmarkt hierzulande von den Sparkassen und dem Genossenschaftsbanken dominiert wird.

Aber auch die meisten anderen europäischen Großbanken sehen im internationalen Vergleich eher schlecht aus. So gibt es in Europa nur wenige Institute, die gut dastehen, wie zum Beispiel die stark in Asien präsente HSBC Börsen-Chart zeigen oder die spanischen Häuser BBVA Börsen-Chart zeigen und Santander Börsen-Chart zeigen, die ein starkes Standbein in Mittel- und Südamerika haben. Auch die BNP Paribas Börsen-Chart zeigen gilt als gut aufgestellt. Für die anderen Häuser gibt es immer wieder Spekulationen über bald anstehende Fusionen.

Barclays prüfte Übernahme von Standard Chartered

So hatte die britische Großbank Barclays Börsen-Chart zeigen einem "FT"-Bericht im Mai zufolge eine mögliche Übernahme des Konkurrenten Standard Chartered Börsen-Chart zeigen durchgespielt. Dies sei Teil von weitreichenden Strategieüberlegungen gewesen, die die Bank auf Druck eines aktivistischen Investors durchgegangen sei, hatte "FT" berichtet. Bei diesen Gedankenspielen habe der Verwaltungsratsvorsitzende John McFarlane eine mögliche Kombination mit der vor allem in Asien und Afrika stark vertretenen Standard Chartered favorisiert.

Er sei von Gerry Grimstone, der im Aufsichtsgremium für die internationalen Geschäfte zuständig ist, unterstützt worden. Es habe auch Gespräche zwischen Vertretern der beiden Banken gegeben, aber weder einen formellen noch informellen Vorstoß mit konkreten Zahlen. Standard Chartered ist an der Börse derzeit etwas mehr als 25 Milliarden Pfund (28,5 Milliarden Euro) wert - Barclays kommt auf eine Marktkapitalisierung von zirka 35 Milliarden Pfund.

Dem "FT"-Bericht zufolge ist die mögliche Übernahme der Standard Chartered eine von vielen Ideen des als aktivistisch bekannten Investors Edward Bramson, der seit März über seinen Fonds Sherborne Investors mit knapp 5 Prozent der Aktien einer der größten Anteilseigner von Barclays ist. Neben möglichen Fusionsszenarien gehörten unter anderem weitere Kürzungen im Kapitalmarktgeschäft zu seinen Forderungen.

la/mg/dpa-afx

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