Andrea Orcel Unicredit-Chef rechtfertigt Jobabbau bei Hypovereinsbank

Noch ist nicht klar, wie viel Jobs Unicredit bei ihrer deutschen Tochter Hypovereinsbank streichen wird. Konzernchef Andrea Orcel aber verteidigt die Pläne und äußert sich auch zur Commerzbank.
"Wir müssen in Deutschland einfach mehr machen", sagt Unicredit-Chef Andrea Orcel

"Wir müssen in Deutschland einfach mehr machen", sagt Unicredit-Chef Andrea Orcel

Foto: PR

Unicredit-Chef Andrea Orcel (58) will bei der HypoVereinsbank vor allem in der Verwaltung Stellen abbauen. "Es ist so, dass wir in Deutschland einfach mehr machen müssen, um die Kosten zu senken", sagte der Vorstandschef der italienischen Großbank dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Nicht in den Filialen oder den kundennahen Bereichen. Es sind insbesondere die Zentralfunktionen, in denen wir noch deutlich effizienter werden können."

Unicredit hat sich bisher nicht zum Umfang der Stellenstreichungen bei der Deutschland-Tochter geäußert, da die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern noch liefen. Orcel hatte nur angekündigt, unter dem Strich in Deutschland 200 Arbeitsplätze aufzubauen. Laut Medienberichten sollen 1100 der rund 11.500 Stellen wegfallen. "Das gibt uns die Möglichkeit, wieder zu investieren, insbesondere in den Ausbau der Digitalisierung und unserer Technologie", rechtfertigte Orcel im "Spiegel" die Pläne. "So stärken wir unser Deutschlandgeschäft im Interesse unserer Kunden."

Orcel weicht Gerüchten zu Commerzbank-Übernahme aus

Ausweichend reagierte der ehemalige Investmentbanker auf die Frage nach einer Übernahme der Commerzbank, über deren Verkauf an die Italiener immer wieder spekuliert wird. "Es gab hierzu immer viele Gerüchte, aber so etwas ist auch eine Frage des Timings", sagte Orcel. "In Bezug auf strategische Übernahmen haben wir sehr klare Kriterien, aber gleichzeitig gilt es jetzt unseren strategischen Plan umzusetzen."

Orcel hatte Anfang des Monats seine Strategie vorgestellt. Er will UniCredit – auch mit Kostensenkungen – profitabler machen. In den nächsten drei Jahren sollen über Dividenden und Aktienrückkäufe mindestens 16 Milliarden Euro an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Übernahmen seien denkbar, wenn die Konditionen stimmten.

rei/Reuters
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