Gewinnsprung im Jahr 2021 UBS profitiert vom Börsenboom

Glänzende Geschäfte im vierten Quartal haben der Schweizer Bank UBS einen starken Jahresabschluss beschert. Unter dem Strich stand im Gesamtjahr ein Gewinn von knapp 7,5 Milliarden Dollar zu Buche.
Europäische Bankenbranche: UBS-Konzernchef Ralph Hamers rechnet mit mehr Übernahmen innerhalb von Landesgrenzen als mit grenzüberschreitenden Transaktionen

Europäische Bankenbranche: UBS-Konzernchef Ralph Hamers rechnet mit mehr Übernahmen innerhalb von Landesgrenzen als mit grenzüberschreitenden Transaktionen

Foto: Arnd Wiegmann/ REUTERS

Die Schweizer Großbank UBS hat einen überraschend starken Jahresabschluss vorgelegt. Mit einem Gewinn von knapp 7,5 Milliarden Dollar (6,7 Milliarden Euro) meldete das Institut 14 Prozent mehr Gewinn als im Vorjahr und übertraf damit die Schätzungen der Analysten. Die Anteilseigner sollen mit einer von 37 auf 50 Cent je Aktie erhöhten Dividende an dem Erfolg teilhaben. Auch hier hatten Experten mit weniger gerechnet. Außerdem will die UBS in diesem Jahr eigene Aktien im Wert bis zu 5 Milliarden Dollar zurückkaufen.

Besonders stark brummte bei der UBS wieder das Geschäft mit der Vermögensverwaltung. Netto sammelte die Sparte bei ihren Kunden im vergangenen Jahr neue Gelder von fast 107 Milliarden Dollar ein. Allein im vierten Quartal kamen fast 27 Milliarden Dollar hinzu und damit deutlich mehr als von Analysten im Schnitt erwartet. Insgesamt verwaltete die UBS Ende 2021 Vermögen in Höhe von 4,6 Billionen Dollar.

Aktie legt deutlich zu

Im vierten Quartal zehrten allerdings weitere Rückstellungen von 740 Millionen Dollar für einen Steuer-Rechtsstreit in Frankreich am Gewinn. Nach einer gerichtlichen Niederlage in zweiter Instanz hatte die UBS im Dezember zwar Berufung vor dem Kassationsgerichtshof eingelegt. Dennoch stockte sie ihre Rückstellungen für den Fall zum Jahresschluss um 740 Millionen Dollar auf. Das Pariser Berufungsgericht hatte die Bank kurz vor Weihnachten wegen unerlaubter Geldgeschäfte und der Beihilfe zur Geldwäsche schuldig gesprochen. Sie soll deshalb insgesamt 1,8 Milliarden Euro bezahlen.

An der Börse kamen die Jahreszahlen gut an. Am Morgen gewann die UBS-Aktie in Zürich zwischenzeitlich 6,37 Prozent auf 18,20 Schweizer Franken und war damit stärkster Wert im Leitindex SMI. Seit dem Jahreswechsel hat ihr Kurs damit um mehr als 10 Prozent zugelegt.

UBS-Chef rechnet mit Bankenkonsolidierung

UBS-Konzernchef Ralph Hamers (56) rechnet in der europäischen Bankbranche mit mehr Übernahmen innerhalb von Ländern als mit grenzüberschreitenden Transaktionen. "Grenzüberschreitende Fusionen von Banken haben nur bis zu einem gewissen Grad funktioniert", sagte Hamers am Dienstag im Anschluss an die Veröffentlichung des Jahresabschlusses der Schweizer Großbank. Die damit verbundenen Kapital- und Liquiditätsvorteile seien wegen Vorschriften, Geld innerhalb von Ländern zu behalten, ausgehöhlt worden.

Er erwarte grenzüberschreitende Fusionen nur dann, wenn eine Bank bereits eine beträchtliche Position in einem Land habe und diesen Marktanteil ausbauen wolle. "Man kann viel mehr lokale Fusionen und Übernahmen erwarten, weil man dann im gleichen regulatorischen Umfeld, im gleichen rechtlichen Umfeld, im gleichen steuerlichen Umfeld für seine Produkte und im gleichen technologischen Umfeld ist", sagte Hamers. Zuvor hatte das Schweizer Institut erklärt, offen für weitere kleinere Zukäufe zu sein. Zur Frage, welche Zielgröße die UBS ins Auge fasse, wollte sich Hamers nicht äußern.

sio/dpa/reuters
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