Sonntag, 17. November 2019

Siegerin im internen Machtkampf Christine Novakovic wird neue Europa-Chefin von UBS

Christine Novakovic: Die ehemalige Kunsthändlerin hat jetzt die operative und regulatorische Führung über das europäische Vermögensverwaltungsgeschäft
Claudia Link/UBS
Christine Novakovic: Die ehemalige Kunsthändlerin hat jetzt die operative und regulatorische Führung über das europäische Vermögensverwaltungsgeschäft

Die Südtirolerin Christine Novakovic hat sich im UBS-internen Machtkampf durchgesetzt. Die 55-Jährige übernimmt zum 1. September den Vorstandsvorsitz bei UBS Europe, wie die Schweizer Bank am Dienstag mitteilte. Sie folgt auf Thomas Rodermann, dessen Vertrag nicht verlängert wurde und der Ende November aus dem Institut ausscheiden wird.

Novakovic war bisher verantwortlich für das Vermögensverwaltungsgeschäft der UBS Börsen-Chart zeigen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Mit der Übernahme des Chefpostens bei UBS Europe hat sie die Verantwortung für elf europäische Länder, unter anderem auch für Deutschland und Österreich.

Rodermanns Vertrag, der Ende November ausläuft, war im Frühjahr nicht verlängert worden. Hintergrund war laut einem Bericht des "Handelsblatt" ein Machtkampf mit Novakovic. Als Chefin der Vermögensverwaltung wollte Novakovic Rodermanns Aufgaben nur auf die operative Führung der deutschen und österreichischen Filialen beschränken, was dem machtbewussten Manager laut Insidern gegen den Strich ging.

Offiziell tritt die UBS den Gerüchten um einen internen Machtkampf entgegen. Die Bank spricht in der Mitteilung davon, dass die beiden Manager zu jedem Zeitpunkt einen "respektvollen und professionellen Umgang" miteinander gepflegt hätten.

Die aus Südtirol stammende Novakovic hat Stationen bei mehreren Banken hinter sich und arbeitete auch ein paar Jahre als Kunsthändlerin. Nach einer ersten Tätigkeit bei der UBS in Frankfurt Anfang der Neunziger war sie bei der zum italienischen Geldhaus Unicredit gehörenden HypoVereinsbank und bei der Citibank tätig. Seit 2011 arbeitet sie wieder für das Schweizer Institut.

Gesteuert wird das Europageschäft der Schweizer aus Frankfurt heraus. An der Einheit, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigt wird, hängen knapp ein Dutzend weitere Landeseinheiten. Zuletzt hatte die UBS etwa wegen des bevorstehenden EU-Ausstiegs Großbritanniens Teile ihrer Investmentbank von London nach Frankfurt verlagert.

mg/rtr

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