Deutsche Bank im Visier UBS-Präsident Weber will europäische Bank übernehmen

Axel Weber plant angeblich Großes für die Schweizer Bank UBS. Auf seinem Wunschzettel für eine Übernahme sollen einem Bericht zufolge mehrere große europäische Banken wie die Deutsche Bank und Barclays stehen.
UBS-Präsident Axel Weber: Auch die Commerzbank soll auf der Wunschliste stehen

UBS-Präsident Axel Weber: Auch die Commerzbank soll auf der Wunschliste stehen

Foto: GIAN EHRENZELLER/EPA-EFE/REX

UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber (63) plant verschiedenen Medienberichten zufolge die Übernahme einer großen europäischen Bank. Gemäß Recherchen der Schweizer "Sonntagszeitung" gehören zu Webers potenziellen Fusionszielen die Deutsche Bank sowie die britische Barclays. Laut Nachrichtenagentur Bloomberg ist die französische BNP Paribas ebenfalls auf der "Wunschliste".

Innerhalb der UBS schaue man sich gezielt nach Banken um, die ähnlich aufgestellt seien, mit denen das Schweizer Institut in Konkurrenz steht, sich gleichzeitig aber auch gut ergänze, insbesondere im Investmentbanking, schreibt die "Sonntagszeitung". Laut Personen, die über die Vorgänge im Bilde sind, seien andere Namen, die in den Strategiespielen von Weber eine Rolle spielten, zudem die Commerzbank und die britische Lloyds Banking Group. Die UBS wollte sich dazu nicht äußern.

Erst am vergangenen Montag hatte der Finanzblog "Inside Paradeplatz" unter Berufung auf eine Insiderquelle geschrieben, der ehemalige Präsident der deutschen Bundesbank Weber plane zusammen mit CS-Präsident Urs Rohner (60) eine Fusion. Dazu schrieb die "Sonntagszeitung" (kostenpflichtig) nun , Webers Plan stoße sowohl innerhalb der UBS als auch bei der Credit Suisse auf Ablehnung. "Die Fusion wird nicht kommen - nicht heute, nicht morgen, nicht übermorgen", hieß es unter Berufung auf "ranghohe Quellen aus dem Umfeld beider Verwaltungsräte".

Fusion mit der Credit Suisse unwahrscheinlich

Bei der Credit Suisse soll dem Bericht zufolge UBS-Vizepräsident und Roche-Chef Severin Schwan (52) zu den erklärten Gegnern einer Fusion mit der UBS gehören. Bei Roche hieß es gegenüber der Zeitung: "Kein Kommentar." Auch Credit-Suisse-Chef Thomas Gottstein (56) soll Gegner einer Großfusion sein, und auch bei wichtigen Kunden sei die Idee nicht gut angekommen, schrieb die "Sonntagszeitung".

Auch Bloomberg schrieb unter Berufung auf mit der Sache vertrauten Personen, Weber habe eine Wunschliste erstellt mit potenziellen Partnern für einen möglichen Deal - darunter die Deutsche Bank, BNP Paribas sowie die Credit Suisse. Dabei gehöre eine Transaktion mit der Deutschen Bank zu den beliebtesten Szenarien, sagte eine Person. Dass die beiden Schweizer Banken Credit Suisse und UBS fusionieren könnten, darüber wird immer wieder spekuliert - insbesondere da der Konsolidierungsdruck immer größer wird. Doch gilt der Zusammenschluss der beiden Konkurrenten bislang als eher unwahrscheinlich , wie auch Schweizer Medien berichten.

Die UBS stehe möglicherweise zwar nicht kurz vor einem Deal, signalisiere aber die Absicht, eine aktive Rolle bei der Konsolidierung europäischer Banken zu spielen, um sich gegen US-Wettbewerber zu behaupten, hieß es in dem Bericht weiter. Und: Die Bank führe regelmäßig Gedankenspiele über künftige strategische Optionen durch. Sowohl die UBS als auch die Deutsche Bank wollten sich gegenüber Bloomberg nicht äußern.

Für das Gesamtjahr 2019 wies die UBS einen Gewinn von 4,3 Milliarden Dollar aus, ein Jahr zuvor waren es noch 4,52 Milliarden Dollar.

akn/dpa
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