Samstag, 21. September 2019

Türkischer Staatsfonds soll Deutsche Bank kaufen Türkei bringt sich als Käufer für Deutsche Bank ins Spiel

Chefberater an Erdogan: "Würde es Sie nicht glücklich machen, wenn aus der Deutschen Bank die Türkische Bank würde?"
Reuters, AFP
Chefberater an Erdogan: "Würde es Sie nicht glücklich machen, wenn aus der Deutschen Bank die Türkische Bank würde?"

Der Chefberater des türkischen Präsidenten Recep Erdogan, Yigit Bulut, hat den Kauf der Deutschen Bank empfohlen. Mit Hilfe eines Staatsfonds könne die Deutsche Bank zur Türkischen Bank werden. Kleines Problem: Diesen Fonds gibt es noch gar nicht.

Der Kursrutsch der Deutschen Bank weckt Begehrlichkeiten: Yigit Bulut, der Chefberater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, hat seinem Chef via Twitter empfohlen, die Türkei solle die Deutsche Bank kaufen und zu einem türkischen Geldhaus machen.

Bulut schrieb via Twitter direkt an Erdogan: "Würde es Sie nicht glücklich machen, wenn aus der Deutschen Bank die Türkische Bank würde?" Zur Finanzierung eines Kaufs könne ein Staatsfonds genutzt werden - der allerdings noch nicht existiert.

Ein Gesetzentwurf, um ein solches Vehikel mit 50 Millionen Lira (15 Millionen Euro) zu gründen, das dann mit Privatisierungserlösen gefüllt werden soll, ging im August vom Kabinett ins Parlament. Vorbild sind die Fonds arabischer Öl- und Gasstaaten. Der langjährige Chef des katarischen Staatsfonds, Scheich Hamad bin Dschassim al-Thani, ist gemeinsam mit dem ehemaligen Emir größter Aktionär der Deutschen Bank und erhöht seinen Einfluss derzeit noch.

Möglich sei auch, dass türkische Staatsbanken die Deutsche Bank kaufen, meinte Bulut.

Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen hat seit Januar mehr als die Hälfte ihres Börsenwertes eingebüßt und ist an der Börse nur noch knapp 15 Milliarden Euro wert. Am Donnerstag war die Aktie auf ein Rekordtief von 10,25 Euro je Aktie gefallen, hat sich seitdem aber wieder erholt.

Am Donnerstag kletterte die Aktie zeitweise auf 11 Euro - an dem Kaufinteresse der Türkei, deren Bonität zuletzt von Moody´s gesenkt wurde, dürfte diese Erholung aber nicht liegen.

la/mmo

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