Montag, 24. Februar 2020

Scheidender Chef der Credit Suisse Thiam streicht zum Abschied bis zu 30 Millionen Franken ein

Tidjane Thiam, Ex-Chef der Credit Suisse (Archivaufnahme 2017)
Arnd Wiegmann/ REUTERS
Tidjane Thiam, Ex-Chef der Credit Suisse (Archivaufnahme 2017)

"Ich werde mich erholen und Zeit mit meiner Familie verbringen." Tidjane Thiam, mit der Präsentation der Jahresergebnisse 2019 zurückgetretener Chef der Schweizer Großbank Credit Suisse, läutet nun eine ruhigere Phase seiner illustren Karriere ein. Finanziell muss sich der scheidende Bankchef und Ex-Minister der Elfenbeinküste keine Sorgen machen: Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters erhält Thiam nach seinem Abschied noch eine Vergütung von bis zu 30 Millionen Franken (28,2 Millionen Euro).


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Das Paket umfasse Gehaltszahlungen, Boni und Aktienoptionen - letztere werden üblicherweise über Jahre gestreckt verteilt, Banken knüpfen sie häufig an Klauseln, die eine Tätigkeit für direkte Konkurrenten verbieten. Thiams Ex-Kollegen Andrea Orcel waren bei seinem letztlich gescheiterten Wechsel von der UBS zur Banco Santander deshalb etliche Millionen durch die Lappen gegangen.

Thiam hatte seinen Arbeitgeber nach einem Spionage-Skandal verlassen, Top-Manager der Bank waren von Privatdetektiven ausgespäht worden. Der Franco-Ivorer Thiam hatte stets bestritten, davon Kenntnis gehabt zu haben. Die Bank selbst sieht ebenfalls ausschließlich Ex-COO Pierre-Olivier Bouée als Verantwortlichen.

In den vergangenen Jahren hatte Thiam laut Reuters durchschnittlich etwa zehn Millionen Franken pro Jahr verdient.

luk / rtr

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