Donnerstag, 12. Dezember 2019

Birgitte Bonnesen muss wegen Geldwäscheskandal gehen Swedbank feuert Chefin - Minuten vor der Hauptversammlung

Birgitte Bonnesen

Die mutmaßlich in den Danske-Skandal verwickelte Swedbank hat ihre Chefin Birgitte Bonnesen (62) entlassen. Die Entwicklungen der vergangenen Tage hätten einen enormen Druck auf die Bank erzeugt, weshalb entschieden worden sei, Bonnesen von ihrem Posten abzusetzen, teilte der Verwaltungsrat der schwedischen Bank am Donnerstag mit - laut "Financial Times" wenige Minuten, bevor die Hauptversammlung in Stockholm beginnen sollte. Die größten Aktionäre hatten zuvor erklärt, gegen sie stimmen zu wollen.

Bonnesens Geschäfte übernehme bis auf Weiteres Finanzchef Anders Karlsson. Der Verwaltungsrat suche nach einem dauerhaften Nachfolger für die Dänin, die seit 2016 an der Spitze der Swedbank gestanden hatte. In den Jahren 2011 bis 2014 führte sie die Geschäfte der Bank im Baltikum.

Verwaltungsratspräsident Lars Idermark entschuldigte sich auf der Hauptversammlung, auch für den defensiven Kommunikationsstil in den vergangenen Wochen. "Wir haben Grund zur Selbstkritik", sagte er den Aktionären.

Die schwedische Behörde für Wirtschaftskriminalität hatte ihre Voruntersuchungen gegen die Swedbank nach einer Razzia in der Bankenzentrale am Mittwoch auf den Verdacht des schweren Betrugs ausgeweitet. Bislang hatte sie nur wegen Verdachts des unerlaubten Offenlegens von Insider-Informationen ermittelt.

Der Aktienkurs der Bank rauschte in den Keller, die Talfahrt setzte sich am Donnerstag fort. Daraufhin wurde die Swedbank-Aktie vom Markt genommen. Die Swedbank ist nach eigenen Angaben die größte Bank in Schweden und im Baltikum.

Im vergangenen Jahr verlor ihr Kollege Thomas Borgen von der Danske Bank seinen Job, nachdem bekannt wurde, dass die estnische Filiale 200 Milliarden Euro, unter anderem aus russischen Quellen,gewaschen hatte. Laut schwedischen Fernsehberichten geht es bei der Swedbank um eine ähnliche Größenordnung über das vergangene Jahrzehnt. Die Bank sei auch an Zahlungen des gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch an Donald Trumps früheren Wahlkampfmanager Paul Manafort beteiligt gewesen.

Auch die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen ist als Korrespondenzbank der Danske in den Skandal verwickelt. Der Großteil des Gelds floss über ihre Systeme.

ak/dpa-afx

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