Sonntag, 26. Mai 2019

Nettovermögen von 2003 bis 2013 geschrumpft Immobilien machten Deutsche seit 2003 um 15 Prozent ärmer

Das Urteil der Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist hart: Das durchschnittliche reale Nettovermögen deutscher Privathaushalte ist in den Jahren 2003 bis 2013 real um knapp 15 Prozent geschrumpft, schreibt das Institut in einer aktuellen Studie.

Ein überraschender Befund - immerhin wurden die vergangenen Jahre auch durch steigende Börsenkurse und Immobilienpreise in Deutschland geprägt. Doch bei den Privatanlegern ist davon laut Studie nichts angekommen.

Zum einen, weil viele Erhebungen nur den nominalen Wertzuwachs von Vermögen erfassen. Preissteigerungen werden so außer acht gelassen. Das DIW hat das mit seiner Erhebung korrigiert. Zum anderen aber sind die Deutschen auch selbst schuld daran.

"Über die letzten zehn Jahre sparen die privaten Haushalte im Durchschnitt regelmäßig rund zehn Prozent ihres Einkommens", erklärt Markus Grabka, Mitarbeiter des Instituts. "Das ist eine nennenswerte Größe, aber dieses Geld wird vorrangig in sehr liquide Anlagen investiert, also in Sparbücher, Girokonten oder auch Tagesgelder, die häufig nicht einmal die Inflationsentwicklung ausgleichen. Die Art und Weise, wie die Bevölkerung ihr Geld anlegt, trägt auch dazu bei, dass sie real am Ende weniger zur Verfügung hat."

Mit anderen Worten: Weil in Deutschland in Anlageformen mit geringer Verzinsung oder Wertzuwachs investiert wird, kommt am Ende nicht nur herzlich wenig dabei herum, sondern sogar ein Verlust. Dafür sorgt auch der vermeintlich so sichere Immobilienbesitz.

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