Finanzskandal Staatsfonds 1MDB verklagt offenbar Deutsche Bank

Durch dubiose Machenschaften ist dem malaysischen Staatsfonds 1MDB ein Milliardenschaden entstanden. Jetzt klagt der Fonds, um Vermögenswerte zurückzubekommen - unter anderem offenbar gegen die Deutsche Bank.
Milliardenschaden: Der Staatsfonds 1MDB verklagt verschiedene Parteien, um Gelder zurückzubekommen

Milliardenschaden: Der Staatsfonds 1MDB verklagt verschiedene Parteien, um Gelder zurückzubekommen

Foto: Joshua Paul / AP

Der malaysische Staatsfonds 1MDB und einer seiner früheren Ableger haben nach der Korruptions- und Geldwäscheaffäre eine Reihe von Zivilklagen gegen eine Vielzahl von Beteiligten eingereicht. Insgesamt gehe es um 22 Klagen gegen Institutionen und Einzelpersonen, teilte das malaysische Finanzministerium am Montag mit. Unter den Beklagten befindet sich offenbar auch die Deutsche Bank.

Die Vorwürfe reichten von Betrug bis Verschwörung. Dabei geht es den Angaben zufolge um die Rückgewinnung von Vermögenswerten mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet mehr als 23 Milliarden US-Dollar (etwa 20 Milliarden Euro).

Gegen wen genau sich die Klagen richten, ließ das Ministerium offen. Der Fonds 1MDB selbst habe sechs Klagen gegen neun teils staatliche Institutionen und 25 Einzelpersonen eingereicht, hieß es. Der frühere Ableger SRC klage in 16 Klagen gegen 15 Einzelpersonen und acht Institutionen. Bei den Klagen von SRC gehe es um Machtmissbrauch und treuhänderische Verpflichtungen. Die Regierung ziele nun auf weitere Beteiligte, die direkt oder indirekt Verluste bei 1MDB oder SRC verursacht hätten, sagte Finanzminister Tengku Zafrul Abdul Aziz.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg befinden sich die US-Bank JPMorgan und die Deutsche Bank unter den Beklagten. Während JPMorgan eine Stellungnahme ablehnte, ist sich die Deutsche Bank einem Sprecher zufolge nicht bewusst, auf welcher Grundlage eine berechtigte Klage aufbauen sollte. Man habe noch keine Post in der Sache erhalten.

Der 1MDB-Fonds war 2009 zur Förderung der malaysischen Wirtschaft eingerichtet worden. Ex-Regierungsmitglieder und dubiose Berater sollen jedoch - angeblich mit Hilfe von früheren Mitarbeitern der US-Investmentbank Goldman Sachs - den Großteil der Mittel veruntreut haben.

Goldman hatte sich im vergangenen Herbst schuldig bekannt und im Zuge eines Vergleichs mit Behörden mehrerer Staaten eine Strafe von 2,9 Milliarden Dollar akzeptiert. Zuvor wurde der frühere malaysische Ministerpräsident Najib Razak in einem Korruptionsprozess zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

cr/dpa-afx
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.