Freitag, 22. November 2019

Mobiles Bezahlen Sparkassen wollen Kunden Apple Pay anbieten

Die Sparkassen waren im Sommer vergangenen Jahres mit einer eigenen App für mobiles Bezahlen gestartet. Jetzt wollen die öffentlich-rechtlichen Institute ihren Kunden auch Apple Pay anbieten

Die Sparkassen waren im Sommer vergangenen Jahres mit einer eigenen App für mobiles Bezahlen gestartet. Jetzt wollen die öffentlich-rechtlichen Institute ihren Kunden auch Apple Pay anbieten. Wichtig ist den Instituten, dass Apples Bezahldienst die populäre Girocard mit einbindet, die bis dahin nicht von Apple unterstützt wurde.

Der Bezahldienst Apple Pay könnte in absehbarer Zeit auch für Sparkassen-Kunden in Deutschland nutzbar werden. Ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) verwies am Dienstag auf Nachfrage auf "sehr positive Gespräche mit Apple". Ziel sei, den Kunden der öffentlich-rechtlichen Institute "noch in diesem Jahr" Apple Pay anzubieten.

Nach Einschätzung des Fachportals heise.de bahnt sich ein Start des iPhone-Bezahldienstes bei den 384 Sparkassen im Herbst an. Die Institute bereiteten Kunden mit Hinweisen auf neue Geschäftsbedingungen darauf vor.

Die Sparkassen hatten Apples iPhone-Bezahldienst ursprünglich abgelehnt und eine Freigabe der NFC-Schnittstelle des iPhones für Banking-Apps gefordert. Im Frühjahr hieß es dann, Apple Pay sei auch für die eigenen Kunden interessant.

In Schreiben an Sparkassen-Kunden sei laut heise.de nun die Rede davon, dass es bald für die Bezahlung mit digitalen Karten neue Verfahren zur Authentifizierung geben werde, "die der Karteninhaber direkt auf seinem Smartphone durchführt (z.B. mittels biometrischer Verfahren wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung bzw. mittels Eingabe des Geräte-Codes)", zitiert heise.de. Bei Apples mobilem Bezahldienst werden solche Verfahren genutzt, aber auch bei Diensten von Wettbewerbern wie Google Pay.

Apple Pay war Ende 2018 in Deutschland gestartet. Benutzer können im Laden mit dem Service wie mit einer Kreditkarte bezahlen. Dazu aktiviert man am iPhone oder der Apple Watch die Bezahlfunktion und hält das Gerät dann ans Terminal. Die Kassentechnik muss dafür kontaktloses Bezahlen unterstützen, was mittlerweile in fast allen Supermärkten in Deutschland der Fall ist.

Auch Volks- und Raiffeisenbanken wollen noch 2019 Apple Pay anbieten

Hierzulande funktioniert Apple Pay bisher mit Kredit- oder Debitkarten unter anderem von Deutscher Bank, N26, HypoVereinsbank, Santander , Comdirect und DKB. Laust heise.de wollten im laufenden Jahr neben den Sparkassen auch die Volks- und Raiffeisenbanken noch Apple Pay anbieten.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken selbst bieten seit Juli vergangenen Jahres eigene Bezahl-Apps an. Bis Anfang April hatten etwa eine halbe Million Sparkassenkundendie App "Mobiles Bezahlen" runtergeladen. Diese ermöglichen kontaktloses Bezahlen allerdings nur auf Smartphones mit dem Betriebssystem Android, weil sie auf iPhones nicht auf den NFC-Funkchip zugreifen können.

Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis hatte im März betont, wichtig sei den Sparkassen bei der Nutzung von Apple Pay die Einbindung der populären Girocard (EC-Karte), die bis dahin nicht von Apple unterstützt wurde.

Der Anteil der Barzahlungen in Deutschland ist noch vergleichsweise hoch. Lange galt hier das Motto "Nur Bares ist Wahres". Statistisch betrachtet aber ist nach einer Studie der Deutschen Bundesbank die Bargeld-Quote bei Geldtransaktionen erstmals unter die 50-Prozent-Schwelle gesunken. So wurden im Jahr 2017 rund 47,6 Prozent der Zahlungen bar beglichen. Bei Kartenzahlungen ist die Girocard deutlich öfter im Einsatz als die Kreditkarte.

rei mit dpa

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